Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 28.1912-1913

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RICHARD ENGELMANN BRUNNENFIGUR IM STADTPARK

ZU GÖRLITZ. KALKSTEIN (1910)

DER BILDHAUER RICHARD ENGELMANN

Von Dr. Ewald Bender i

Wem unter unseren jüngeren Bildhauern Gaul, Barlach, Engelmann und der ältere und
es geschah, daß er zwischen 1860 und 1870 glücklichere Tuaillon. Gänzlich hingegeben den (
geboren wurde, der hatte damit das Los einer jedesmal stärksten Eindrücken seiner Umge- )
unsteten, irrenden und überaus beschwerlichen bung, war es das Schicksal Engelmanns, alle (
Jugend gezogen. Es war schon besser, kein künstlerischen Gebrechen seiner Epoche eine (
1>lent zu haben. Dann ging man eben nach Zeitlang zu tragen. Indem er sie überwand, (
Berlin und wurde Begas- sühnte er wie durch ein (
schüler. Glücklich, wer in Fegefeuer die Schwäche
Rom oder Florenz sich mit ^.^^^^ des Talents und Charak- j
dem Kreis um Marees be- ters und ging als ein Ge- I
rührte. Denn Hildebrands läuterter hervor. Der Fall j
„Problem der Form" er- Engelmann ist typisch für J
schien erst 1893, und es jene Generation von Bild-
dauerte noch Jahre, bis die hauern, die sich heute dem I
Lehre ganz begriffen war 50. Lebensjahre nähern, j
und sich in München zu Unter dem Pultdeckel '
I dauerndem Segen nieder- im Bureau fing der drei-
geschlagen hatte. Und in undzwanzigjährige Buch-
eben diesen neunziger Jah- halter an, allerlei piasti-
ren irrte und litt und ver- ^ sehe Allotria zu treiben, i
I darb eine Generation von v Es war in München und |
| Bildhauern, aus der sich zum Sterben langweilig.
I nur die Stärksten zu später ^ßH*" Irgend etwas mußte ge- I
j Blüte erhoben. Es sind schehen, was Vergnügen j

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