Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 28.1912-1913

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AUS DEN BERLINER KUNSTSALONS |

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Eindruck, der von seinen im letzten Jahre gezeigten
D ERLIN. Mit einem beinahe überreichen Pro- Arbeiten ausging, auch angesichts einer Gesamt-Aus-
gramm eröffnet der Schultesche Salon die dies- Stellung seines bisherigen Lebenswerkes standhält.—
jährige Winterkampagne. Er verschrieb sich dazu Gurlitt eröffnet die Wintersaison mit dem altbewähr-
die umfangreiche Sammlung von Gemälden Karl ten Programm, Trübner und Trübnerschule. Man
Schuchs, die in München bereits gezeigt wurde. sieht ein paar alt-und wohlbekannte Bilder Trübners,
Etwas einförmig wirkt diese große Zahl unter sich die Amazonenschlacht, ein herrliches Stück Malerei
ziemlich gleicher Bilder. Ein Stilleben sagt unter von edler Farbigkeit, ein Bild, das wundervoll wäre
Umständen mehr als deren ein Dutzend, wenn als Stilleben, aber unerträglich als Komposition. Es
nämlich das eine zur Wirkung gebracht ist. Und ist das Schicksal dieser Kunst, daß sie auf un-
diese Bilder wollen verweilend genossen sein, nicht mittelbares Abschildern angewiesen ist. Eine „Lady
rasch überblickt. Aber es zeigen sich auch abge- Macbeth", von Trübner gemalt, ist als Konzeption
sehen von dieser Gefahr des Erdrücktwerdens in unbegreiflich banal. Man versteht es nicht, daß
der Menge die Schwächen von Schuchs Kunst in ein Künstler so fehlgreifen kann. Dabei ist das
dieser Kollektion. Er ist nicht ein großer Ge- Handwerkliche immer glänzend. Und keine Kunst
stalter. Er steht neben Leibi und Trübner, und ist darum mehr als diese geschaffen, schulbildend
hat man schon diese zwei Namen in Abstand von- zu wirken. Individualitäten allerdings werden n;cht
einander zu nennen, so muß man nochmals eine durch Schulung, sie müssen frei wachsen. Und die
Stufe machen zu Schuch, der aus der unmittelbaren strenge Zucht der Trübnerschen Malerei ist eher
Abhängigkeit zuerst von Courbet, dann von den geschaffen, allzu wildes Wachstum zu beschneiden,
deutschen Gefährten sich niemals ganz befreite. Trübners eigene Frau ist das beste Beispiel der
Neben Schuch stehen eine Reihe bester Namen Wirksamkeit seiner Lehre. Diesmal fehlt sie. Dafür
deutscher Kunst in der Liste dieser Ausstellung. ist Oskar H. Hagemann als Bester mit einer Reihe
Da ist Trübner mit einer Reihe von Bildern, von Porträts vertreten, auch unselbständig und ganz
Uhde mit bedeutenden, aber schon oft gezeigten abhängig von dem Lehrer. Aber das Heil liegt
Werken, Slevogt mit einer sehr interessanten Reihe sicher nicht darin, daß jedes Talent sich künstlich
von Studienköpfen, endlich Corinth mit einer zum Genie steigert, und ein tüchtiger Mann, der
Sammlung, die seine ganze Entwicklung darstellen die Forderung des bürgerlichen Porträts in sach-
will,leider aber licherWeiseer-
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