Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 28.1912-1913

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zu Berlin

Einsamkeit Lugos besonders betonen. — Außer-
ordentlich wertvoll erscheinen die zahlreichen Zitate
aus Lugos Briefen, die in den Text eingestreut sind.
Sie erwecken den Wunsch, man möge diese Briefe
sammeln und als Sonderpublikation erscheinen
lassen. Vielleicht daß sie zu den zahlreichen Künst-
lerschriften unserer Zeit eine gerade durch ihr maß-
volles und doch so weitherziges Urteil über Dinge
derKunst außerordentlich schätzenswerte Ergänzung
und Berichtigung bilden könnten! Der bildliche
Schmuck des Werkes ist leider etwas dürftig aus-
gefallen (nur zwölf Tafeln), doch trägt daran nicht
der Autor, sondern die Erbin und Schwester Lugos
die Schuld. g.j.w.

Scherer, Valentin. Deutsche Museen.
Brosch. M 10.—,geb. M 12.—.Jena. Eugen Diederichs.

Es erscheinen heute so viele Bücher, die zwar
sehr schön anzusehen, oft auch sehr kostbar und
trotzdem im Grunde überflüssig sind. Für dieses
Buch Scherers aber hat das viel mißbrauchte Wort,
daß es eine schmerzlich empfundene Lücke aus-
füllt, einmal uneingeschränkt Geltung. Es hat in
der Tat bis jetzt eine zusammenfassende, eingehende
Arbeit über die „Entstehung und kulturgeschicht-
liche Bedeutung unserer öffentlichen Kunstsamm-
lungen" gefehlt, und man muß sich sehr wundern,
daß ein solches Buch nicht längst schon von irgend
einem unserer Museumsbeamten geschrieben worden
ist. Denn für die richtige Einschätzung unserer Kunst-
J Sammlungen ist eine genauere Kenntnis der Be-

< p. picasso jüngling ue03)
( Sammlang Perls, Zehlendorf

\ Dann aber ward das anders und er fand

) dem eingangs erwähnten Zustand des modernen

5 Kunstbetriebes zufolge seine Protektoren.
) Und nun steht er der Menge gegenüber,

) die sein Schicksal in die Hand genommen hat.

/ Man muß dabei an einen Gladiatoren des

'( Altertums denken. Wird er sich nicht eines

( Tages und zwar vielleicht bald schon dem

) „gewendeten Daumen" gegenüber sehen?

i NEUE KUNSTLITERATUR

I Beringer,JosefAugust. Emil Lug o. Brosch.

r M 4.—. Mannheim. Selbstverlag des Verfassers.

J Das Werk, das mit der anteilnehmenden Liebe y

) des Freundes bis in die Details der Biographie und v<

) mit dem geschärften Blick des Kenners bis zur v

J feinsten technischen Analyse vordringt, verlebendigt II j Q

) die rührende Gestalt des badischen Landschafters / f

J aufs schönste. Das Buch liest sich fast wie ein £

•) Künstlerroman, obwohl nicht da; Geringste daran I ^JsJ' „ f a

< konstruiert, ausgeklügelt und komponiert erscheinen \^MwKMWS'm~*~ -J [
; kann. Der Mensch und sein seelisches Wachsen, 1 <■ Jj
i sein prachtvolles menschliches Reifwerden hat den >
) Autor ersichtlich mehr interessiert als der eigent- J-
) liehe Entwicklungsgang des Künstlers. Um diesen y
) in seiner Bedeutung, in seiner Beziehung zum all- G
J gemeinen Entwicklungsgang der deutschen Kunst P
J darzutun, hätte Beringer seinen Hintergrund auch |H j.mp-^9^H G
\ bunter und gestaltenreicher machen müssen: es JBSS^^MMMt 0
( hätte in diesem Fall das Operieren mit den paar Y
!. Namen: Schirrrer, Preller, Thoma, Feuerbach, Lud- WM

I wig und Marees nicht ausgereicht. Sicherlich aber ^^^^^^^^^^^^^^^^ 1

) wollte Beringer gerade durch dieses Zurücktreten- p. picasso Büglerin (1906) J!

) lassen der künstlerischen Zeitgenossen die hohe Besitzer: Der Nene Kanstsalon, München y

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