Das neue Frankfurt: internationale Monatsschrift für die Probleme kultureller Neugestaltung — 4.1930

Page: 190
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/neue_frankfurt1930/0292
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
UM D I E NEUE

NEUE WEGE DER ENERGIEÜBERTRAGUNG

22 Gittermafte der Rheinüberführung
(100000 Volt) bei Cleve-Emmerich. Matt-
Höhe 95,5 m. C. H. Jucho, Dortmund
Girder Masts of the Rhine Transmission
Plant, 100 000 volt, near Cleve-Emmerich.
Height of Mast: 95,5 metres
Mät en treillis de I'installation rhenane
de Transmission, 100000 volts, pres de
Cleve- Emmerich. Hauteur du mät:95,5m

23 Eitenbeton-Tragmaft einer 110000-
Volt-Leitung bei Salzburg. A. Porr, Wien
Ferro - concrete Suspension mast of a
110000 volt conduit near Salzburg
Mät de Suspension en beton arme d'un
conduit de 110000 volts pres de Salz-
bourg

21

Matt einer 100000-Volt-Leitung Prov.
Preußen. Elektrowerke AG., Berlin
Mast of a 100000 volt conduit, Province
Prussia, by Elektrowerke AG. Berlin
Mat d'un conduit de 100000 volts, Pro-
vince de Prusse, erige par les Elektro-
werke AG., Berlin

Die moderne Energiewirtfchaft begann mit den elektrifchen Über-
landleitungen. 1883 hatte man mit etwa 70 Prozent Verluften an-
läßlich einer Ausheilung elektrifchen Gleichltrom von Miesbach
nach München gelchickt, 1891 wurde mittels Wechlelltrom von
25000 Volt die Wafferkraft des Neckars bei Laufen in Frankfurt
ausgenußt. Von da an verlief die Entwicklung (türmifch. Die elektri-
fchen Verforgungsneße wurden immerengmafchiger, die Abftände

der weiteftentfernten Verbraucher von den Kraftwerken größer.
Um die Verlufte infolge des Spannungsabfalls in erträglicher Höhe
zu halten, mußte man mit der Spannung ftändig weiter hinauf-
gehen. Vor dem Krieg war man bei 40000 Volt angelangt, jeßt
baut man Leitungen für 110000, ja fchon 220000 Volt. Die be-
(cheidenen Holzmafte find längft durch Eilen- und Eifenbeton-
träger erfeßt. Mit Rückficht auf die dicker und damit fchwerer
werdenden Drähfe erwiefen (ich die neuen Maferialien als nötig;
aber ihre Fettigkeit war foviel höher, daß fich die Spannweite
vergrößern ließ, was wiederum höhere Malte bedingte; dadurch
wuchfen Winddruck- und Biegungsbeanfpruchung: man mußte
kräftigere Bauarten ausbilden. Derartige zwangsläufige Abhängig-
keit der formbildenden Uriachen ifttypifch fürdas technifche Werk.
Heute find die Überlandleitungen fchon fo zahlreich, daß wir
ihnen auf Schritt und Tritt begegnen. In ein paar Jahren werden
fie vielleicht ebenfo dicht fein, wie das Schienenneß der Bahnen.
Man hört vom Plan der „Reichsfammelfchiene" den unfere Skizze
erklärt. Natürlich werden die Ingenieure die neuen Leitungen
bauen, aber verfchlafene Philifter die leider öfter irgendeine
Amtsvollmacht befißen — werden dagegen zetern: „Eine

Ritterburg, ein altes Kirchlein oder fonftige Heimatfchußftellen
dürfen nicht verfchandelt werden. Man [olle manche Leitungen

24 Tragmaft mit tchwenkbaren Auslegern einer 110000-Volt-Leilung in
Baden. A. E. G.

Suspension mast with slewable bracels of a 110 000 conduit at Baden
Mät de Suspension ä bras mobiles d'un conduit de 110000 voltsä Baden

190
loading ...