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Ross, Ludwig; Ross, Ludwig [Hrsg.]
Archäologische Aufsätze (Band 1): Griechische Gräber. Ausgrabungsberichte aus Athen. Zur Kunstgeschichte und Topographie von Athen und Attika — Leipzig, 1855

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https://doi.org/10.11588/diglit.9053#0127

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welche zerbörsten oder verstümmelt sind, werden durch kleine
Eisenstäbchen gehalten, und wo es-nöthig ist, werden wir auch
die fehlenden Eisenklammern der Griebelplatten und des Ge-
bälks über den Säulen wieder herstellen. —■ Bei der Abräu-
mung des Schutts und der Erde, die auf dem Dache lagen,
haben wir auch wieder neue Data zu einer vollständigen Re-
stauration des Tempels gewonnen; namentlich haben wir Bruch-
stücke des Simses über den Giebelfeldern8) mit deutlich er-
haltener Zeichnung höchst zierlicher Palmetten gefunden, aber
die Farben sind leider nicht mehr zu erkennen. Indess diese
Details verlangen eine Zeichnung, keine Beschreibung.
Athen, 4. März (20. Febr.) 1835.

4.

(Kunstbl. 1835, N. 45. S. 180. 100.)
Die, Ausgrabung am Parthenon wurde in der früher be-
schriebenen Weise bis unter die Mitte des westlichen Giebel-
feldes fortgesetzt, wo eine [bereits erwähnte] Treppe zum Vor-
schein kam, die sich zwischen den beiden mittlem Säulen der
westliehen Front an den Unterbau anlehnt. Hier hielt ich
inne, um den Raum hier erst von den hinderlich im Wege
liegenden Marmorblöcken zu reinigen, und Hess die Arbeiter
inzwischen auf der Südseite des Tempels längs der Burgmauer
die Erdabräumung fortsetzen. Ich musste erwarten, hier eben
keine reiche Ausbeute zu finden, und die Erfahrung hat dies
bestätigen müssen. Zahllose moderne Fundamente durchschnit-
ten das Erdreich in allen Richtungen und in einer Tiefe von
fünf bis sechs Fuss, und ihnen ist vorzüglich der hohe Grad
von Verstümmelung zuzuschreiben, in welchem alle antiken
Reste auf dieser Seite gefunden wurden. Wenn die Türken
bei Legung dieser Fundamente auf Antiquitäten stressen, so
zerschlugen sie dieselben, theils aus Muthwillen, theils um die
Stücke handlicher zu machen und sie beim Mauern als Bau-
steine wieder einzufügen. So fanden sich hier lauter Bitten-
dem ich durch die Güte des Verf. ein Exemplar besitze: ,,lieber An-
wendung der Farben in der Baukunst. Erstes Heft. Dorisch-griechi-
sche Kunst." (Dresden 1836. Fol. ohne Text), Taf. 1. 2. 3 u. 4.]

8) [Ueber die Spuren der Construction des Daches am Arestempel
m. Hellenika, I. 1. S. 34.]
 
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