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Kimpflinger, Wolfgang [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 1, Teil 2): Stadt Braunschweig — Braunschweig, 1996

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https://doi.org/10.11588/diglit.44169#0164

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tikale Stützglieder und einem in der Mitte wellig
aufgeworfenen Gesimsband das tief liegende
Portal einfassen. Ähnliche Stilelemente zeigt
das zweiflügelige Werkstor, dessen Ankerpfeiler
wie auch das östlich anschließende Pförtner-
haus in komplizierten Zierverbänden gemauert
sind und eine über das funktional notwendige
hinausgehende Gestaltung aufweisen. Die
ganze, zur Sophienstraße hin orientierte Tor-
situation ist weitgehend im Originalzustand er-
halten, einschließlich einer großen achteckigen
Metalleuchte auf dem östlichem Torpfeiler.
Größere Gebäudeteile der älteren Fabrikanlage

haben sich noch auf der Rückseite des Hofes
erhalten, so u.a. eine Maschinenhalle aus dem
Jahre 1905, deren Ziegelumfassungsmauern
zweigeschossig mit einer kräftigen Lisenenrei-
hung aufgebaut sind und eine östlich daran
anschließende Halle mit basilikalem Querschnitt
aus dem Jahre 1921, in der die Schlosserei un-
tergebracht war. Nach der Stillegung des Wer-
kes 1989 ist als erstes die hinter dem Verwal-
tungsbau liegende, wohl ebenfalls aus den
zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts stam-
mende Montagehalle von einem Handelsunter-
nehmen weitergenutzt worden. Die Raumstruk-


Sophienstr. 40, Verwaltungsgebäude, 1927/28, Arch. Fröhlich & Baumkauff

tur konnte dabei im wesentlichen unverändert
erhalten bleiben.
Mit der im 18.Jh. beginnenden Verlagerung der
innerstädtischen Kirchhöfe vor die Tore der
Stadt wurden auch in dem Gebiet zwischen
Madamenweg und Luisenstraße zwei neue Be-
gräbnisstätten angelegt. Der ältere der beiden
liegt an der vom ehern. Hohen Tor die Stadt
nach Süden verlassenden Juliusstraße. Es ist
der Friedhof der reformierten Gemeinde (Julius-
straße 43), der 1744 von Herzog Carl I.
zunächst der Gemeinde der Brüdernkirche zu-
gewiesen wurde, die im südlichen Bereich, an
der Ecke zur heutigen Sophienstraße, auf einer
nur einen halben Morgen großen Fläche einen
Kinderfriedhof einrichtete. 1746 wandten sich
die französische Gemeinde und die deutschen
reformierten Gemeinden an Carl I. mit der Bitte
um einen größeren Friedhof, nachdem sie erst
1704 die Erlaubnis zum freien Gottesdienst er-
halten hatten. Ihnen ist 1749 etwa ein Morgen
Land neben dem Kinderfriedhof der Brüdernkir-
che zugewiesen worden, den sie 1848 aufkauf-
ten und in der Folge mit dem Zukauf weiterer
Teile auf seine jetzige Grundfläche vergrößerten.
Das Friedhofsareal füllt heute den spitzen Win-
kel, den die Juliusstraße und die Broitzemer
Straße miteinander bilden, zu einem großen Teil
aus. Von den im Westen bereits um 1900 ent-
standenen, im Zweiten Weltkrieg zerstörten und
in den letzten Jahren neu errichteten Wohnbau-
ten ist der Friedhof durch eine hohe Mauer ge-
trennt. Die Einfriedung auf den anderen Seiten
besteht überwiegend aus einem einfachen Ma-
schendrahtzaun - lediglich im Nordosten haben
sich Teile einer älteren Einfriedung aus eisernen
Staketen zwischen Kunststeinpfeilern erhalten.
Seit der Mitte der siebziger Jahre wird der


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