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Kimpflinger, Wolfgang [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 1, Teil 2): Stadt Braunschweig — Braunschweig, 1996

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https://doi.org/10.11588/diglit.44169#0259

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Der Rest eines ehemals großen Hofes hat sich
in dem renovierten und umgebauten Fachwerk-
wohnhaus Dorfplatz 2 erhalten. Das 15 Fen-
sterachsen lange, 1829 entstandene Gebäude
ist heute in seinem westlichen Teil verputzt und
auch im Innern verändert. Nach Abbruch der
zugehörigen Wirtschaftsgebäude 1987 hat es
die funktionale Einbindung in die Gesamtheit ei-
ner Hofanlage verloren. Die Denkmaleigen-
schaft liegt heute in seiner ortsbildprägenden
Wirkung.
Renoviert und im Innern umgebaut, aber den-
noch wegen seiner besonderen Konstruktions-
weise von architekturgeschichtlicher Bedeu-
tung, ist das kleine Haus Dorfplatz 1A. Es ist
der erhalten gebliebene Wohnteil eines ehemali-
gen Kleinkothofes, der anstelle des ursprüngli-
chen Wirtschaftsteiles heute im Osten einen
zweigeschossigen Anbau aus dem Ende des
19.Jh. hat. Der alte Hausteil ist wohl um 1700
entstanden und zeigt eine relativ breite Vorkra-
gung des Oberstockes auf kräftigen Bal-
kenköpfen, Andreaskreuze in den Brüstungsfel-
dern und in den Eckgefachen eine seltene und
altertümliche Verstrebung: Kopfstreben, die von
Schwelle-Rähm-Streben gekreuzt werden.


Stockheim, Gr. Wegehaus v. Osten, Lithogr. W. Pätz, 1838 (Stadt. Mus. Braunschweig)

Die Kirche von Stockheim lag schon immer am
nördlichen Ende des Dorfes auf einer Anhöhe
über der Oker (Kirchenbrink 3). Sie bildet heute
zusammen mit dem Pfarrhaus (Kirchenbrink 1)
und der alten Fachwerkscheune der Hofanlage
Kirchenbrink 6 eine Denkmalgruppe, die den
ehemaligen Kirchhof und den Pfarrgarten mit
einschließt.
Die ev. Kirche „Zum heiligen Leiden Christi“
gehört ihrer Grunddisposition nach in die Reihe
der Braunschweiger Dorfkirchen, die im 13.Jh.
als einschiffige Saalräume mit massigem, wehr-
haftem Westturm errichtet wurden. Die Stock-
heimer Kirche ist jedoch im Laufe der Jahrhun-
derte vielen Veränderungen unterworfen gewe-
sen, zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg, als sie
nach umfangreichen Zerstörungen wieder auf-
gebaut wurde. Der Kirchenbau präsentiert sich
heute als ein in Bruch- und Haustein errichteter
Kubus mit kleiner, ausgescherter Altarnische im
Osten und großen, hochrechteckigen Fen-
steröffnungen aus den fünfziger Jahren dieses
Jahrhunderts. Mehr Originalsubstanz aus dem
Mittelalter enthält noch der um 1230 errichtete
Turm: Er ist etwas schmaler als das Kirchen-
schiff und hat in Höhe der Glockenstube auf al-
len vier Seiten gekuppelte Fenster mit Kleeblatt-
bögen und Teilungssäulen mit zierlichen Würfel-
kapitellen. Der Eingang zur Kirche ist modern
und liegt heute auf der Südseite des Schiffes.
Die Bautengruppe beschließt das östlich der
Kirche gelegene Pfarrhaus (Kirchenbrink 1), ein
zweigeschossiger Fachwerkbau, der im Erdge-
schoß auf der Nordseite massiv ersetzt und
verputzt ist. Das zum Teil wohl erneuerte Fach-
werk ist am Westgiebel mit Krempziegeln ver-
kleidet.
Am östlichen Ende des Kirchenbrinkes, an der
Einmündung in den Rüninger Weg, liegt das
ehemalige Pfarrwitwenhaus (Nr. 5). Es ist ein
1990 renoviertes, teilweise massiv ersetztes
Fachwerkgebäude, das 1782 errichtet wurde.
Der leicht vorkragende Oberstock ruht auf ab-
gerundeten Balkenköpfen und Füllhölzern. Einer
späteren Dacherneuerung dürfte der weite,
durch Aufschieblinge erzeugte Dachüberstand
auf beiden Traufseiten zuzuschreiben sein.


Stockheim, Leipziger Str. 232, Gr. Weghaus, 1691, Arch. J. B. Lauterbach u. H. Korb

Stockheim, Alter Weg 13, Wohnhaus, 1745


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