Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Albrecht, Heike [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 26,1): Landkreis Stade: ohne die Städte Stade und Buxtehude — Braunschweig, 1997

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44441#0218
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
ne ist das Giebeldreieck mit segmentbogigen,
von Profilen begleiteten Fenstern, Ortgangfries
und Putzmedaillons vergleichsweise aufwendig
gestaltet.
Das sich ab 1870 zunehmender Beliebheit er-
freuende symmetrisch organisierte Traufenhaus
mit Sockelgeschoß und einem nur leicht vorge-
zogenen, übergiebelten Mittelrisalit zur Er-
schließung tritt in Königreich mehrfach in qua-
litätvoller Ausführung auf, auch wenn die Fen-
ster zumeist vereinfacht ersetzt worden sind.
Eines der frühen Beispiele ist das im Rundbo-
genstil ausgeführte, schiefergedeckte Wohn-
haus Leeswig 35 (erb. 1878). Hier wiederholt
sich die Dreierarkatur des Einganges in den
darüberliegenden Fenstern, die durch beglei-
tende Bogenprofile zusammengefaßt werden.
Weitere nennenswerte Vertreter dieses Typs
sind ein als Altenteiler errichteter, weiß gestri-
chener Putzbau Buxtehuder Straße 36 (erb.

1891) und das Backsteinwohnhaus Estebrüg-
ger Straße 6, das mit reichhaltigen Putzappli-
kationen dekoriert ist (erb. um 1900).
Verschiedentlich haben sich auf den Grund-
stücken zudem bemerkenswerte Nebengebäu-
de erhalten, die mit den Haupthäusern denk-
malwerte Einheiten bilden. Exemplarisch sind
ein zum Wohnhaus ausgebauter früherer Fach-
werkschweinestall mit Reetdeckung, Königrei-
cher Straße 70A, (erb. 3.Viertel des 19.Jh.) und
ein Backsteinnebengebäude mit gußeisernen
Fenstern und historisierenden Ziegelgliederun-
gen zu nennen, das jedoch durch einen zwei-
farbigen Anstrich verfremdet ist (Leeswig 35.
erb. Ende des 19.Jh.).

JORK - MOORENDE

Das Gebiet von Moorende liegt östlich der Este
zwischen Buxtehude und Hove und wird ledig-

lich durch Straßen untergeordneter Bedeutung
erschlossen.
Die 1879 gegründete Gemeinde umfaßte nahe-
zu das Gebiet der alten Hauptmannschaft, ein-
zig der nördliche Bereich des Westufers, die
Bürgerei, fiel an Estebrügge. Im Zuge einer
abermaligen politischen Neustrukturierung war
Moorende zwischen 1932 und 1972 dem Kreis
Harburg angegliedert, nachdem die Gemar-
kung weiter verkleinert und auf das östliche
Flußufer beschränkt worden war.
Die Siedlungsstruktur Moorendes gliedert sich
in eine südliche, überwiegend einzeilige Deich-
hufenanlage (das frühere Ostmoorende) und ei-
ne enge, meist zweizeilige Bebauung um die
nördliche Estebrücke herum. Hier findet sich ei-
ne heterogene Bauweise unterschiedlicher
Epochen, in der die starke gewerbliche Nut-
zung der zwischen Straße und Deich gelegenen
Grundstücke deutlich ihre Spuren hinterlassen
hat.

Moorende, Moorende 44, Speicher, Mitte 19.Jh.


Zu den ältesten Bauwerken gehören zwei gie-
belständig ausgerichtete, pfannengedeckte
Fachwerkbauten des 18.Jh., die nicht nur bau-
geschichtlichen Wert besitzen, sondern vor al-
lem auch städtebaulich bedeutsam beidseitig
der Brückenauffahrt positioniert sind. Mit ab-
wechslungsreichen Steinsetzungen und zwei
kräftigen Vorkragungen ist der Ostgiebel von
Nr. 48, einer ehemaligen Gastwirtschaft, beson-
ders reich ausgestattet und kaum verändert
überkommen (dat. 1733). Das ehemalige Ge-
schäftshaus Nr. 46 ist zur südlichen Brücke
zweigeschossig, nach Norden eingeschossig
ausgeführt und zeigt in seinem Außenbau un-
terschiedliche Bauphasen, die auf mehrfache
Umbauten schließen lassen.
Auf dem nördlichen Nachbargrundstück steht
unmittelbar am Flußufer ein Mitte des 19.Jh. er-
richteter, dreigeschossiger Getreidespeicher.
Der Backsteinbau mit gußeisernen Fenstern
und Walmdach ist über annähernd quadrati-
schem Grundriß ausgeführt (Nr. 44).

Moorende, Moorende 40, Wohn- und Geschäftshaus



214
 
Annotationen