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Zeitschrift für christliche Kunst — 29.1916

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Klingelschmitt, Franz Theodor: Eine rheingauer Madonna mit Kruseler
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Neuss, Wilhelm: Ikonographische Studien zu den Kölner Werken der altchristlichen Kunst, [5]
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https://doi.org/10.11588/diglit.4343#0120

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Nr. 7 ZEITSCHRIFT FÜR CHRISTLICHE KUNST. 105

rheinisch. Und ist dies ungewöhnliche Tun nicht auch am ersten der mittelrhei-
nischen Kunst zuzutrauen, die gerade in dieser Zeit überhaupt eine starke Neigung
zu liebenswürdiger Venrdigung heiliger Dinge zeigt? Die bald danach in der
Barbara auf der Innenseite des Memorienportals im Mainzer Dom eine Figur von
keckster Rokokokoketterie, in dem Mohrenkönig der Cardener Anbetung22 einen
vollendeten Dandy schafft? Franz Theodor Klingelschmitt.

IKONOGRAPHISCHE STUDIEN

ZU DEN KÖLNER WERKEN DER ALT-
CHRISTLICHEN KUNST V.

6.—10. Verschiedene kleinere Funde.
(Mit 5 Abbildungen.)

Noch manches Goldglas, das sich in fremden Sammlungen findet, mag
aus Köln stammen, ohne daß es bekannt ist1. Nachweisen kann ich
folgende1:
Das Provinzialmuseum in Bonn besitzt einen fondo d'oro ganz nach Art
der römischen, also einen Gefäßboden, der zwischen zwei Glaslagen eine Taube
mit Ölzweig zeigt. (Fig. 1). Er stammt aus der Sammlung Merkens und soll
an der Zülpich-Tnerer Römerstraße, zwei Stunden von Euskirchen, entfernt ge-
funden worden sein2. Die Nähe von Köln und nachweisbar kölnische Funde ähn-
licher Art machen seine Herkunft von dort wahrscheinlich. Eine genaue Parallele
existiert nicht, wohl Gläser anderer Art mit einer von denen eines vielleicht zu
einer Noeszene gehört hat'. Daß derartige Glasböden auch in Köln hergestellt
worden sind, wird durch andere, in Köln gemachte Funde erwiesen4.

Ein kleines ovales Medaillon von 3,5: 2,5 cm, das zwischen stark konvexen
hellen und gelblichen Gläsern eine Taube in Goldblattzeichnung einschließt,

22 Rauch, „Hessenkunst 1914".

1 Dalton sagt in seinem Katalog von den Gläsern des Britischen Museums S. 117 ein-
fach, daß sie zur Mehrzahl aus Köln und aus der Sammlung Bunsen stammten.

2 Nr. 17293. Vgl. Westdeutsche Zeitschrift 3 (1884) S. 188; Bonner Jahrbücher 81 (1886)
70 und Taf. II, 37; Versteigerungskatalog der Sammlung Merkens 1905 Nr. 1089 mit Abb.
in Originalgröße. K i s a , Das Glas im Altertum S. 889 mit Abb., V o p e 1 S. 61 A. 3; H.
L e h n e r , Führer durch die antike Abteilung des Provinzialmuseums in Bonn, 1915, S. 223.
Der Glasbecher wurde ganz gefunden und hatte bei ca. 15—17 cm Durchmesser etwa 5—7 cm
Höhe; der Ring des erhaltenen Bodens hat 41 2 cm Durchmesser. Merkens erwarb die Scherbe,
die nach der Zerstörung des Glases aus dem Aschenkasten gerettet worden war, von dem
Sammler Ruhr. Kisa, Glas im Altertum S. 895 hält das Glas für verdächtig; weshalb,
sagt er nicht.

3 V o p e 1 S. 61; Abb. G a r r u c c i, Vetri 37, 7. Ein kleines Medaillon in blauem Glase mit
Taube und Ölzweig von 0,022 m Durchmesser besitzt die Sammlung Froehner in Paris. Verres
chretiens ä figures d'or, decrits Dar W. Froehner, Paris 1899, pl. XXII, 158; vgl.
Vopel S. 116. Leider war mir das Werk von Froehner nicht zugänglich; ich stütze mich auf
die Hinweise Vopels.

4 Vgl. Froehner pl. XXII, 156 mit Fruchtkorb und Ente; Klinkenberg S. 337.
 
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