Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Zeitschrift für christliche Kunst — 29.1916

DOI article:
Schippers, Adalbert: Die Glasmalerei in Maria Laach im XVI. Jahrh.
DOI article:
Bücherschau
DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.4343#0108

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
94

ZEITSCHRIFT FÜR CHRISTLICHE KUNST.

Nr. 6

das Gesuch des Kanonikers aus Pfalzel. Daß dieser aber damals noch aus der
Nähe von Trier seine Unterweisungen in Maria Laach einholte, das ist, auch
besondere persönliche Beziehungen zwischen dem Absender und dem Empfänger
der Schrift vorausgesetzt, das Überraschendste.
Maria Laach. P. Adalbert Schippers, 0. SB.

ßÜCHERSCHAU.

Die romanische Monumental-
malerei in den Rheinlanden
von Paul C 1 e m e n. Mit 42 Tafeln in
Licht- und Farbendruck und 548 Abbil-
dungen im Text. — L. Schwann, Kgl.
Hof- und Verlagsbuchhandlung in Düssel-
dorf 1916. Preis 50— Mark.
Der Großfolio-Tafelband, der hier bereits
in Band XVIII Spalte 71—82, unter Beifügung
von Abbildungen, besprochen wurde, hat jetzt
als Abschluß den Textband in Kleinfolio
erhalten, dem 15 Tafeln und etwa 130 Illu-
strationen zugedacht waren. — Die Erwartun-
gen, die an ihn geknüpft werden durften, sind,
dank der Sorgfalt, die ihm gewidmet wurde,
derart übertreffen worden, daß die Verzöge-
rung gewiß von keinem mehr bedauert wird.
— Das gesamte Material ist so gründlich ge-
prüft, was irgendwie zu seiner Erläuterung
direkt oder indirekt dienen konnte, so um-
fänglich herangezogen, so eingehend erörtert
worden, unter Beigabe einer Fülle vortreff-
licher Abbildungen, daß das ganze, engbe-
grenzte und doch so umfassende Gebiet als
erschöpfend durchgearbeitet bezeichnet wer-
den darf, wie es bisher in bezug auf ver-
wandte Kunstdenkmäler nirgendwo versucht
wurde.

Der spezielle Teil, der naturgemäß
vorangeht, legt sämtliche Prüfungsobjekte
nach den Denkmälern bzw. Orten vor, in denen
sie sich befinden, und zwar in chronologischer
Entwicklungsreihe, so daß mit der karolin-
gischen Pfalzkapelle in Aachen, also mit den
frühromanischen Resten, die Beschreibung be-
ginnt, mit der Pfarrkirche in Nideggen, kurz
vor der Mitte des XIII. Jahrh., schließt,
34 Bauwerke behandelnd, zu denen noch
mehrere vereinzelte Denkmäler hinzukommen.
Dieselben werden einzeln beschrieben an der
Hand zahlreicher Zeichnungen und Photo-
graphien, geprüft und gewürdigt auf Grund
sorgsamster Autopsie und ausgiebigster Be-
nutzung der umfassenden, zum Teil sehr ver-
steckten (Tagespresse-) Literatur, hinsichtlich

ihrer Darstellungen, ihrer Entstehungszeit,
ihrer Zusammenhänge. (Zum Schallgefäß in
St. Sevenn zu Köln darf bemerkt werden, daß
es in einem Henkelkrug kölnischen Ur-
sprungs besteht, der in der „Zeitschr. f. christl.
Kunst" I, 247—250 abgebildet und beschrie-
ben ist.) — Dieser gewaltige Schatz, wie keine
andere Provinz ihn besitzt (für den weitere
Nachforschungen wohl noch Zuwachs erwarten
lassen, z. B. m Steinfeld), ist hier lücken-
los und restlos zur Beschreibung gelangt, unter
Berücksichtigung aller an ihn sich knüpfenden
Fragen, auch der ikonographischen, die so
gründlich berücksichtigt sind, daß im An-
hang nach dem I. „Namen-, Orts- und Sach"-
Register, das II. „der Darstellungen und
ikonographischen Themen" nicht weniger als
15 Spalten umfaßt.

Der allgemeine Teil behandelt auf
175 Seiten: Technik und Stil, die Vorläufer im
Orient und Okzident, die verwandten Weg-
weiser, namentlich „die rheinische Monu-
mentalmalerei in ihren Grundlagen und Paral-
lelen".

Durch dieses enorme Aufgebot von Arbeit
und Mühsal in nahezu zwei Jahrzehnten hat
der hochverdiente Verfasser den wärmsten
Dank sich gesichert der ganzen Provinz, und
nicht nur dieses Interessentenkreises, wie
nicht nur für diese Leistung und diese lite-
arische Gabe. S.

Zur Kunstgeschichte des Auslandes Heft 111.
Die Tafelbilder des Domenico
Ghirlandajo von Paul Erich Küppers.
Mit 27 Lichtdrucktafeln. — Heitz in Straß-
burg 1916. Preis 15 Mark.
Dem berühmten Maler des XV. Jahrh., der
in das XVI. Jahrh. überleitet, dem Lehrer
Michelangelos, war die Kunstgeschichte längst
eine Monographie schuldig. Küppers hat
diese Schuld gelöst in Form einer Kieler
Dissertationsarbeit, indem er nicht die an sich
bedeutenderen Fresken, sondern die Tafel-
bilder, also die Altargemälde, unter Hinein-
ziehung einzelner Handzeichnungen, einer
 
Annotationen