Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 28.1911

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Aus der strengen Lehre der
Hoffmannklasse der Wie-
ner Kunstgewerbeschule her-
vorgegangen, nimmt Emanuel
Margold, trotzdem er diese
Herkunft durchaus nicht ver-
leugnet, innerhalb der jünge-
ren Schichtung der Wiener
Künstlerhierarchie eine ange-
sehene Ausnahmestellung ein,
durch die an ihm besonders
ausgeprägte Fähigkeit zur ei-
genartigen Linienstilisierung.
— Stil ist zwar im eigentlichen
Sinne Formsache und hängt in
seinen Ursprüngen mit der Ar-
chitektur zusammen, denn die

liUCHTITICL-ZErCHNDNG.

der Architektur angepaßten
Formen ergaben von selbst
eine den Raumverhältnissen
entsprechende Vereinfachung,
also Stilisierung, gleichviel, ob
es sich dabei um der Natur
entlehnte oder sogenannte ab-
strakte Formen handelt; aber
Stil kann gleichzeitig auch Ge-
fühls-, Gedanken-, Tendenz-
Ausdruck sein und ist es am
sinnfälligsten in der künstle-
rischen Graphik. Die Linie an
sich, frei auslaufend oder in
sich selbst zurückkehrend, so-
mit die Begrenzung einer Form
bildend, vermag sehr gut nicht

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