Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 15.1904

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INNENDEKORATION

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XV. 3HHRSHI1S.

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Ä

Gpple & £ge, fioMTlöbelfabrik, Sfuffgarf.

m Landes-Gewerbemuseum zu Stuttgart.

am Möbel nicht die Maschinen-Arbeit, sondern die
Hand-Arbeit die letzte Fertigmachung zum Aus-
druck bringt. Wir würden diesen an sich so ver-
nünftigen und einwandfreien Fabrikations-Verfahren
wohl kaum einen Rechtfertigungsbrief auszustellen
brauchen, wenn sich damit nicht Begriffs-Verwechs-
lungen verknüpften, die von gewissen Möbel-
Küntlern genährt, im Publikum derartig rückwirkend
sein könnten, dass alles, was Fabrik und Magazin
der Möbel- und Dekorations-Branche heisst, in
unlauterer Absicht verdächtigt und geschädigt
würde. Unsere gut eingerichteten und vor allen
Dingen gut arbeitenden Fabriken — gleichviel für
welchen erweiterten Handwerks-Betrieb — sind
wirtschaftliche Notwendigkeiten, ja wirtschaftliche
und soziale Wohltaten, deren Wirken und Erzeug-
nissen man mindestens mit der gleichen Achtung
und Arbeits-Schätzung begegnen sollte wTie irgend
einem Erzeugnisse des gleichen Gebietes mit rein
handwerklichem Betriebe! Das wird für jeden, ob
Fachmann oder Laie, umso einleuchtender sein unter
der Hervorhebung von Aufträgen, deren Umfang
so gross war — man denke an Schiffs-Ausstattungen,
Hotel-Einrichtungen, oder an öffentliche Gebäude der
letzten zehn Jahre wie Reichstags- und Reichsjustiz-
Gebäude — dass an deren innerer wie äusserer Aus-

Aus Anlass ihrer Sonder-Ausstellung i

nknüpfend an unsere der Firma A. Bembe—
Mainz im Januar-Hefte gewidmete grössere
Veröffentlichung, in welcher eine Klar-
stellung der Auffassung über Fabrik-Unternehmen
und fabrikmäßige Herstellung versucht wurde in
dem Bestreben, gewissen Vorurteilen gegenüber
einer rationellen Arbeitsweise in der Werkstatt-
Praxis von Grossbetrieben zu begegnen, bieten wir
im vorliegenden Hefte einen weiteren umfassenden
Beitrag zu diesem Thema. Es ist damit ein Bilder-
Material vereinigt, das ganz ausserordentlich wertvoll
ist, jene Ausführungen nach der Seite zu belegen,
dass ein Möbel wie eine ganze Wohnungs-Einrich-
tung, deren Ausführung unter Umständen eine
hundertmalige Wiederholung erfährt, im hundertsten
Exemplar noch - - oder gerade deshalb — dieselben
Vorzüge aufzuweisen hat wie das Exemplar der
ersten Ausführung. Die Schreinerei des Gross-
betriebes weist schliesslich die gleichen Grundzüge
auf wie die der kleinen Werkstatt, mit dem einzigen
Unterschiede, dass die maschinelle Einrichtung, die
in der Holz-Bearbeitung eine fast gleich kompli-
zierte wie bei der Eisen-Bearbeitung ist — sie haben
viele verwandte Berührungs-Punkte — einen grossen
Teil der mechanischen Arbeits-Leistung vorweg-
nimmt, die aber für den Laien unerkannt bleibt, weil

190-L IV. 1.
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