Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 15.1904

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INNEN-DEKORATION.

109

E. EPPLE & EGE —STUTTGART.

Herren-Zimmer in hellem Eschen-Holz. (Siehe mich S. 106 u. 10J).

fiolländiTche ünnen»Räume.

III. Das American Hotel zu Amsterdam. Erbaut

Warenhäuser und Hotels an sich zählen
zwar nicht zu den allerjüngsten Errungen-
schaften unsrer Zeit, wohl aber die
typische Eigenart ihrer äusseren Erscheinung, mit
der sie die sonst oft kasernenartige Regelmäßig-
keit unserer Miethäuser-Strassen in wohltuendem
Wechsel unterbrechen. Das moderne Strassenbild
unserer grossen und grössten Städte wäre ohne
diese Bauten kaum zu denken, sie zählen eben als
etwas aus den Bedürfnissen herausgewachsenes in
den Mitteln des Weltverkehrs. Dass die Bauherren
bezw. auch die Erbauer dieser modernen Verkehrs-
Paläste in der Wahl der Bauplätze für sie besonders
spekulative Absichten neben bestimmten Rück-
sichten auf Gründe der zu erstrebenden Monu-
mentalität bekunden, scheint nicht weiter verwunder-
lich, denn der ungezwungenen Lösung, der freieren
Entfaltung des Bauplanes und der kraftvollen Her-
vorhebung und Betonung des Sonderzweckes dieser
Bauten im Strassenbilde gehört die Seele des ganzen
Unternehmens zu allererst. Die günstigste Lage, die
geschäftliche Beweglichkeit und nicht zuletzt die
künstlerische Freiheit, die durch sie gewonnen wer-
den, sind maßgebende Faktoren in der zu erhoffenden
Lebensfähigkeit und Rentabilität einer modernen

1904. IV. 3.

vom Architekten M. Kromhout Cz.—Amsterdam.

Neugründung, die den wirtschaftlichen Kampf mit
allen Konsequenzen suchen muss. — Die fast kaum
noch zu steigernden Verkehrs-Verhältnisse bringen
es mit sich, dass die oben allgemein für Waren-
häuser- und Hotel-Neubauten festgestellten Gesichts-
punkte für die letzteren mit ganz besonderer Auf-
merksamkeit und Sachkenntnis in Betracht gezogen
werden müssen, denn die Bedürfnisfrage hat hier
mit ganz anderen Voraussetzungen zu rechnen, weil
die Aufgabe des Hotels eine weit über seinen Stand-
platz hinausreichende, ja häufig eine direkt inter-
nationale ist. Demgemäß finden wir es ganz natür-
lich, die bedeutendsten neueren Hotels auf den
bevorzugtesten und damit kostspieligsten Bauplätzen
zu finden. Das trifft nicht nur für Deutschland zu,
wie jeder weiss, der häufiger unterwegs ist, sondern
allgemein, und die moderne Städte-Gründung kennt
kaum noch einen anderen Beginn als den mit palast-
artigen Hotelbauten. Das Thema verführt zwar zu
tieferem Eindringen in seine Materie, doch verbietet
es die Tendenz unserer Zeitschrift hier Erörterungen
Raum zu geben, für die unsere Zeit über geeignetere
und diesen ausschliesslich dienende Publikationsmittel
verfügt. Es kommt uns hier vielmehr darauf an, von
der Einrichtung eines modernen, dem internationalen
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