Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 46.1935

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INNEN-DEKORATION

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das Gerät dienen soll,
wie den Menschen, der
es hervorbringt. Sie läßt
gewissermaßen den Men-
schen als Ganzes gelten.
Sie hat mehr mit der
handwerklichen als mit
der industriellen Her-
vorbringung zu tun; sie
steht mehr in der Nähe
der künstlerischen Ge-
staltung als der techni-
zistischen Sachlichkeit.

Soweit scheinen dies
ewige, immer wieder-
kehrende Gegensätze zu
sein; so ewig, wie auch
im Menschen selbst der
Gegensatz zwischen dem
rein verstandesmäßigen
und dem gefühlsmäßi-
gen Verhalten.

Aber die heutige Lage,
namentlich in Deutsch-
land, ist dadurch ge-
kennzeichnet, daß dieser

DIE MÖBELFORM
ist der Ort, wo heute
zwei Kräfte,zweiTenden-

zen aufeinanderstoßen, I ^„

in einem noch ungeklär- H*^" ?

ten Ringen. Die eine sieht I 1

scharf auf das Gerät und I P \\\\ \ 11

seinen Dienst. Sie ver- ^
schafft sich von diesem I ^||

Dienst einen möglichst
eindeutigen, verstandes-
mäßigen Begriff und jp1
richtet das Gerät genau <9^^^ .

auf diesen Dienstbegriff

aus. Dieser Dienstbegriff I _ .^^^^^^ *

fragt nicht eigentlich

nach dem Menschen,

dem das Gerät dienen

soll, sondern nach dem ^^^^^^

bestimmten Bedürfnis, i

nach der Einzelfunktion, HBH ta^^M»—_

der es zu genügen hat.

Die andre Tendenz
faßt vornehmlich den

Menschen ins Auge, und ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

zwar den Menschen, dem »vorraum-möbel« Elfenbein mit grüner »seco-Technik«
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