Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 24.1908-1909

Seite: 127
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-^sö> VERMISCHTES

a. kampf frühstück

Gotik im Kirchenbau außergewöhnlich lang fort- genossenschaft, sowie der Künstlerkeller haben ihre

lebte, und daß sie sich besonders in den Jesuiten- Eingänge an der Grunaerstraße; zu dem Saal, der

kirchen behauptete — freilich nicht in ihrer ur- für Konzerte, Vorträge u. a. dient, sowie zu den Ge-

sprünglichen reinen Form, sondern, wenn man so sellschaftsräumen, die an Vereine vermietet werden,

will, als >Gotik in Dekadence«. In den Kunst- und gelangt man von der Albrechtstraße. Nach Süden

Baugeschichten findet man auffälligerweise von schließt sich ein geräumiger Garten an das Haus,

dieser eigentümlichen Erscheinung kaum ein Wort, Der Saal, der ungefähr für 600 Personen ausreicht,

man muß darum Brauns Arbeit, welche diese Er- hat Oberlicht. Die Klubräume sind nett und gemüt-

scheinung nachdrücklich betont und historisch zu lieh; hier sind auch die Gemälde, die Büsten und

erklären sucht, als die erste bezeichnen, die sich sonstigen Erinnerungsstücke aus den früheren Räu-

dem interessanten, architektonisch und kulturell be- men der Kunstgenossenschaft untergebracht, so daß

deutungsvollen Problem mit dem nötigen wissen- auch die Ueberlieferung des alten Künstlerheims

schaftlichen Ernste nähert. G. j. w. gewahrt bleibt. Glasgemälde nach Wilhelm Busch,

Teile des Frieses vom Parthenon (nachmodelliert von
Leopold Armbruster), Bildervon Kießling, Goller u.a.

VERMISCHTES schließen sich dem alten Kunstbesitz an. In dem

kleinen Saal, der zu den Klubräumen gehört, ist
r\RESDEN. Die Dresdner Kunstgenossenschaft besonders bemerkenswert, daß die einzelnen Felder
hat sich nun auch ein eigenes Haus erbaut, das der schwarz und goldenen Holzdecke rasch und
seit einigen Wochen benutzt wird und am 4. Novem- leicht zur Seite geschoben werden können, so daß
berfeierlich eingeweiht wurde. Der Erbauer des Hau- für Ausstellungen, die hier stattfinden sollen, Ober-
ses, von dessen Aeußerem wir S. 128 eine Abbildung licht hergestellt werden kann. Der Raum in dem
geben, ist der Dresdner Architekt Richard Schlei- neuen Künstlerhause, das schon jetzt auch von an-
nitz. Das Haus liegt frei an der Ecke der Grunaer- deren Vereinen der Stadt lebhaft benutzt wird, ist
und Albrechtstraße und gereicht in seiner einfachen, aufs äußerste ausgenutzt. Ohne großen Prunk sind
geschmackvollen Durchbildung dem Straßenbilde zur Räume geschaffen, die zu festlichem oder alltäg-
Zierde. Die verschiedenen Raumgruppen des Innern, lichem Gebrauch geeignet sind und sich auch zu
wie der Konzertsaal mit seinen Nebenräumen, die Ausstellungen von Gemälden und plastischen Werken
Klubräume, die Wohnung des Hausverwalters und bequem einrichten lassen. Der große Saal ist vor-
ein Restaurant(im Untergeschoß), treten im Aeußeren läufig grau getönt. Er soll später noch (aus der Her-
charakteristisch hervor. Die Klubräume der Kunst- mann-Stiftung) einige Wandgemälde erhalten, nach

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