Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 24.1908-1909

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-sr4^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN -ein-

schätzenden Stimmungsfaktoren — wie sich die trächtigen. Von Prof. L. DETTMANN-Königsberg sind

Baumgruppen durcheinanderkneten, wie die Wolken zwei fein impressionistisch behandelte Bilder >Stein-

sich zusammenballen — das sieht oft nur zu sehr klopfer im Walde« zu sehen. Größere Kollektionen

nach bewußten Effektrezepten aus. Und Bracht bringen P. bayer-München, sowohl Figürliches in

könnte seinen rein malerischen Qualitäten nach zu seiner früheren Manier (Judith), als auch Landschaften

unseren ersten Landschaftern zählen. und ein Porträt in Freilichtmalerei, und eine erstmals

Neben einer Vorführung von Arbeiten der Freien debütierende Künstlerin, Frl. O. lynen-Stolberg, die

Vereinigung der Graphiker zu Berlin, unter denen mit flotten Interieurs und Landschaften eine vielver-

hier nur auf die prächtigen Radierungen von Georg sprechende Erscheinung ist. Von J. Brockhoff-

Jahn kurz hingewiesen sei, ist im Künstlerhaus Bruck bei München bewundern wir feintonige Zeich-

eine Ausstellung von Werken von Richard Müller- nungen und Radierungen. Unter den Aachenern ist

Dresden veranstaltet. Der Künstler verfügt über K.J. Gollrad durch hübsche Motive aus Aachen

einen unerbittlichen Realismus, der aber vielfach allzu- und Umgebung in Oel- und Aquarelltechnik vorteil-

sehram Objekt kleben bleibt, ohne zu freier Beherr- haft vertreten. e.v.

wILtÄ?* ÄÜZR-Mngen' BUDAPEST. Die internationale Winterausstellung

Zeichnungen sowohl wie in den Bildern. So malt rj • u __n „ ™ &

er mit penibelster Sauberkeit jedes Haar eines Tier- ™ Kunstlerhause, mit großen Hoffnungen er-

felles, jedes Staubgefäß einer Blume; er erzielt wartet ist eröffnet worden, leider brachte sie nur

zwar eine stark plastische Wirkung, aber es fehlt g™nd iche Enttäuschungen Die holländische Abtei-

__•___j- „ii,„-.„ u- a a n _ . lune ist zwar feine Kunst, aber eine historische.

„e™e™t ™ n n «SJZ Fi h h6 ' ha" Daß ein Israels, Mauve die Gebrüder Maris,

t2*S^5? Z"iTm^ÄSF i ' f aIle Sroße Künstler, daß ihre Nachfolger, ein Neu-

Techn.k erst zur Kunst macht. Robert Schm.dt Huy« Breitner große Talente sind, hat diese

Kollektion wieder bewiesen. Alldies ist feine Ton-

VON AUSSTELLUNGEN maierei, eine Welt, gesehen durch einen dunklen,

bräunlich-rötlichen Tonschleier. Der moderne Mensch

UND SAMMLUNGEN aoer fühlt es sofort heraus, daß man hier nicht in

seiner Sprache spricht. Es kommen hier Stim-

AACHEN. In der November-Ausstellung des Mu- mungen zum Ausdruck, wie in einem Museum.

seumsvereins steht H. VoGELER-Worpswede im Draußen glänzt die kalte Wintersonne und drinnen,
Vordergrunde des Interesses. Seine zartsinnige >Ver- als eine überwundene Etappe, das Suchen der Ton-
kündigung« und die düstere>Juninacht<sprechen aller- einheit. Das wird aber jetzt schon niemanden auf-
dings mehr an als sein Kolossalgemälde >Sommer- regen! — Unter den Bildhauern sind die belgischen
abend«, bei dem die stilisierte Zeichnung und die Künstler die kräftigsten: Minne, Lagae, Rombaux,
manierierte grünliche Stimmung die Wirkung beein- die großartig vertreten sind. — Die ungarische Ab-

WALTER VAES DER KÖNIG HERODES

Belgische Ausstellung, Berlin

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