Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 24.1908-1909

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^r^> HANS VON MAREES'LERN-UND LEIDENSJAHRE IN ITALIEN <§i~v-

und Eduard und Johanna Arnhold in Berlin), HANS VON MAREES' LERN- UND
deren ganze Schönheit nur in den auf altes y pirjFNSIAHRF IN TTAT 1FN

Aktenpapier hergestellten, sehr seltenen Probe- ^ 11N

drucken des Künstlers genossen werden kann, Von Georg Winkler

auch nicht mit den großen Radierungen der (Schluß)
Zyklen verglichen sein, die schon um ihres

gedanklichen Gehaltes willen eine tiefergrei- T^as aber war die Katastrophe. Denn was
fende Sprache reden, so bilden sie doch ein der unglückliche Künstler zu schicken hatte

schönes Zeugnis dafür, wie der Meister immer — zwei unvollendete Bilder — mußte nach
auch noch eine lyrisch-elegische Tonart möchte seiner eigenen Bitte aller Welt verborgen
ich sagen mit Glück anzuschlagen weiß. Zeich- bleiben, um ihn nicht in Mißkredit zu bringen,
nerisch sind alle Blätter etwa mit einer Aus- Die Begleitbriefe zu diesen Bildern, welche
nähme von gleicher Schönheit in der Linie, als verunglückte Experimente in dem Zimmer
wenn sie auch in der Sicherheit des Konturs des Sekretärs des Grafen aufgehängt wurden,
nicht so hoch stehen wie die vor fünfund- sprechen eine so deutliche und zugleich herz-
zwanzig Jahren entstandenen Radierungen. bewegende Sprache, daß sie trotz ihrer Länge
(Der Schluß folgt) ungekürzt hierhergesetzt werden sollen:

Rom, den 20. Juli 1868.
„Die Kunst ist halt doch eine eigene Sache, am Hochgeehrter Herr Baron!

Ende ist sie gar kein Prinzip, keine Theorie, sondern ^gie werden nun die betreffenden Bilder er-
eine Lebensäußerung, die an Persönlichkeiten gebun- . , , , , , . d- Tape erhaiten

den ist und nur durch Persönlichkeiten am Leben ftalten naben oder clocn dieser läge ernanen.
erhalten werden kann." Hans Thoma Dies muß ich noch zu guter Letzt ertragen,

daß man mich nach diesen Resul-
taten des Zwanges be- und verur-
theilen wird. Da ich von Anfang an
mein Verhältnis zu Ihnen nicht als
ein geschäftliches betrachten konnte,
sondern vielmehr als eine mir von
Ihnen gütig dargebotene Gelegenheit,
mich zum Künstler auszubilden, so
läßt sich auch die Grenze meiner
Verpflichtungen gegen Sie nicht fest-
stellen. Hätten Sie mich für einen
Künstler gehalten, so würden Sie mir
wahrscheinlich ganz bestimmte Auf-
gaben gestellt haben unter ganz festen
Bedingungen. Sie haben ganz recht
gethan, denn von Jemanden, der nichts
kann, ist es ja nicht festzustellen, was
er leisten wird. Zu spät habe ich in-
dessen eingesehen, daß diese meine
Auffassung nicht Ihren Wünschen
entsprach und so bin ich denn in
Teufels Küche gerathen, ehe ich mich
dessen recht versehen hatte. — Mein
Thun und Treiben bedürfte an und
für sich gewiß nicht einer Entschul-
digung. Denn insofern es bezüglich
einer angenehmen ja nur möglichen
Existenz thöricht war, habe ich das
auch selbst zu tragen; inwiefern es
in künstlerischer Hinsicht löblich und
vielleicht nicht unverständlich war,
wird, wenn ich lebe, die Zukunft be-
weisen. Man hat Ihnen Mittheilungen
über mich und meine Leistungen ge-
macht, die nur sehr bedingungsweise
m. klinger galathee wahr zu nennen sind. Das ist für

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