Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 24.1908-1909

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-b-5^> BRIEFE EINES UNGARISCHEN PILOTY-SCHÜLERS

BRIEFE EINES UNGARISCHEN sein zu können, und obwohl er noch nicht

PIT OTY cpuni rpc sein Schüler war, besuchte er ihn oft, um sein

nLU1 I-aOnULEKa Urteil zu hören. Doch fühlte er immer deut-

Die Ausstellung der Piloty-Schule bei Heine- licher, daß er zum Landschaftsmaler berufen

mann (siehe unseren Aufsatz Seite 433) sei. In einem seiner Briefe schrieb er: „In

hat die Lehrfähigkeit Pilotys in glänzendem diesem Glauben hat mich folgender Vorfall

Licht erscheinen lassen. In den sechziger bestärkt: in den Weihnachtsferien versuchte

Jahren, als sein Ruf als Lehrer den Höhe- ich eine Landschaftskomposition und trug

punkt erreicht hatte, strömten aus allen Län- eine kleine Farbenskizze zu Piloty, um seine

dern die Schüler scharenweise zu ihm. Aus Meinung zu hören. Er fand die Komposition

Ungarn finden wir bei ihm Päl von Szinyei- nicht schlecht, doch gab er mir den Rat, wenn

Merse, dessen ganze künstlerische Ausbildung möglich, in Begleitung eines guten Malers in

in München erfolgte und der 1901 dort für die Berge zu gehen und fleißig Landschafts-

seinBild„Picknick" (Abb.Jahrg. 1900/1, S.579) Studien zu machen. Ich fühle dazu große

die große goldene Medaille erhielt. 1864 kam Neigung und es ist möglich, daß ich im Sommer

er in Strähubers Antikensaal, um 1865 seine nicht nach Hause fahre, weil die meisten Maler

Studien in der Anschütz-Malklasse fortzu- in dieser Zeit aufs Land gehen. Nachdem

setzen. — Er fühlte von Anfang an den Beruf mich nun Piloty selbst ermutigt, die einge-

als Landschaftsmaler in sich, aber sein Vater schlagene Richtung einzuhalten, bin ich ent-

war dafür, daß er historischer Maler werde, schlössen, ernstlich mit den Naturstudien zu

da die damalige Zeit diese höher schätzte, beginnen."

Szinyei sah dies, — wie wir aus einem Brief Später wurde sein Wunsch, in Pilotys

an seinen Vater lesen, ein, — er pries sogar Klasse zu kommen, immer mächtiger, worüber

die glücklichen Verhältnisse in Pilotys Nähe er seinem Vater am 12. Januar 1866 schrieb:

HERMANN GROEBER • DIE MALSCHÜLER

Glaspalast München 1909

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