Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 24.1908-1909

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AUS DEN BERLINER KUNSTSALONS Zeitschrift bereits im 1. Heft des Jahrgangs 1907 08

eingehend von berufener Hand gewürdigt worden
Tm Salon Gurlitt nehmen den Hauptraum Werke aus Anlaß der Münchner Ausstellung. — Die
* des ausgezeichneten Weimaraner Landschafters Galerie Eduard Schulte führt uns jetzt in Berlin
Th. Hagen ein, die wieder beweisen, daß der eine große Reihe (ca. 70) seiner Bilder vor, da-
Künstler unbestreitbar zu den ersten im Fache runter viele in Privatbesitz befindliche, wenig oder
zählt. Neben zwei älteren, in schweren, etwas trü- gar nicht bekannte Werke. Der Ueberblick über das
ben Tönen gehaltenen Bildern mit dicken, schwar- Schaffen des nunmehr Sechzigjährigen ist ausge-
zen Schatten erscheinen die neueren Arbeiten um zeichnet. Er beginnt mit mehreren frühen, etwas
so lichter, sonniger. Schlichte Motive, ein nach romantisch angehauchten Bildern aus den 1870er
hinten führender Feldweg am Abhang, eine Dorf- Jahren, aus der Zeit der braunen Sauce: die »Bac-
straße, herbstliche Felder mit zusammengebundenen chantin«, das »Irrlicht«, der »Klostergarten«, das
Garben; von einer prachtvollen Perspektive und »Reitergefecht« repräsentieren diesen Stil. Dann der
Weiträumigkeit, oft auf ein blasses Blaugrün ge- Umschwung zur Freilichtmalerei: > Der Leierkasten-
stimmt, selten nur mit etwas zu harten Akzenten mann kommt« (1883) und mehrere andere. Das
im Vordergrund belastet. Die Landschaften von weitere Fortschreiten ist jahresmäßig zu belegen;
R. Sterl (Dresden) bedeuten das gerade Gegenteil aus den 90er Jahren nicht weniger als sechs ver-
davon; sie sind zwar stimmungsvoll, aber, wie auch schiedene Fassungen der Tobiaslegende, ebenso meh-
seine übrigen Bilder, meist zu unbestimmt, so daß rere Redaktionen vom »Schweren Gang«, weiterhin
man oft nicht über den Eindruck hinwegkommt, als von großen Gemälden, u. a. die >Predigt am See«,
fürchte sich der Künstler, der Form auf den Grund die »Würfler um Christi Rock«, »Anbetung der Kö-
zu gehen. Von Konrad Starke sind u. a. einige nige« unddaskürzlich hierbesprochenegroße »Abend-
koloristisch abscheuliche Akte, von L. Stutz meh- mahl«. Viele ganz vorzügliche Skizzen und Studien
rere geschmackvolle, starkfarbige Blumenstilleben — so zu dem Altarbild in der Lutherkirche in Zwickau
ausgestellt, sowie eine höchst interessante Kollek- (1904)-vervollständigen das Bild von der Kunst die-
tion von Tuschzeichnungen des geistreich erzählen- ses Meisters, dessen Name in der Geschichte der
den, kurz, prägnant und mit sicherem Strich ar- Malerei unserer Zeit immer an allererster Stelle
beitenden Constantin Guys (1802—1892). wird genannt werden müssen. Jedenfalls ist er einer

Das Werk Fritz von Uhdes ist in dieser der populärsten Künstler deswegen, weil ihm die

peter stachiewicz heiliger johannes

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