Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 6.1908

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propres alles". Über Bastion Lepages Bild ,La re-
colte des pommes de terre' urteilte er: „(Test le
Bouguereau du mouvement moderne"; und über
Rolls Bild .Arbeit": „II y a aliquante figures, mais
je ne vois pas la foule; on fait une foule avec cinq
et non pas avec cinquante." Bei einem Diner in
Bougival sagte er, den Blick auf einige grosse, in
Schatten gehüllte Bäume gerichtet: „Wie schön
wären sie, wenn Corot sie gemalt hätte!'"'- Und mit
Bezug auf Besnards Anstrengung, sich einen leichten
Strich anzueignen, sagte er: „Cest un homme qui
veut danser avec des semelles de plomb."

Über Degas' Familiengeschichte kann man nur
schwer irgend etwas erkunden. Degas wäre der

Letzte, bei dem sich Nachfrage halten Hesse. Kr
würde sofort einen Artikel wittern, und er macht
solchen Absichten den Garaus, wie ein Terrier den
Ratten. Der unselige Interviewer bekäme die Ant-
wort: „Ich wusste nicht, dass Sie ein verkappter
Reporter sind. Hätte ich\s geahnt, so hätf ich Sie
nicht empfangen." Man munkelt jedoch, er besitze
einiges Privatvermögen, und ein Gerücht ist im
Umlauf, er habe den grösseren Teil seines Ein-
kommens geopfert, um seinen Bruder zu retten,
der durch unvorsichtige Spekulationen in ameri-
kanischen Wertpapieren alles verloren habe. Aber
uns geht hier seine künstlerische, nicht seine Fami-
liengeschichte an. (FORTSETZUNG FOLGT

EP. DEGAS, BEIM FALL DES VORHANGES

J'UUTOGK. DURAND-Kl'EL

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