Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 6.1908

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H

PAUL GAUGUIN, INSULANERIN

N O A - N O A

VON

PAUL GAUGUIN

Ich versuchte zu arbeiten, machte allerlei Notizen
und Skizzen.

Aber die Landschaft mit ihren starken, reinen Farben
blendete mich, machte mich blind. Ich war immer
unentschieden, suchte und suchte . .

Und dabei war es so einfach zu malen, wie ich
es sah, ohne viel Überlegung ein Rot neben ein
Blau zu setzen! Vergoldete Gestalten in Bächen
und am Strande entzückten mich, warum zögerte
ich, diesen Sonnenjubel auf meine Leinwand zu
bannen.

O! diese alten europäischen Überlieferungen! die
furchtsame Ausdrucksart entarteter Rassen!

Um mich mit dem eigentümlichen Charakter eines

(FORTSETZUNG)

tahitischen Gesichts vertraut zu machen, wollte ich
das Porträt einer meiner Nachbarinnen, einer jungen
Frau reiner tahirischer Abstammung machen.

Eines Tages faßte sie sich ein Herz, in meine Hütte
zu kommen und sich Photographien von Bildern an-
zusehen, mit denen ich eine Wand meiner Kammer
tapeziert hatte. Sie betrachtete sie lange, mit ganz
besonderem Interesse die Olympia.

— Wie gefällt dir das? fragte ich sie. (Ichhatte in
den zwei Monaten, wo ich nicht mehr französisch
sprach, ein paar tahitische Worte gelernt.)

Meine Nachbarin erwiderte:

— Sie ist sehr schön.

Ich lächelte über diese Bemerkung und sie rührte

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