Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 6.1908

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EUGENE DELACROIX, PFERD VOM STURM ERSCHRECKT

EUGENE DELACROIX

VON

ERICH KLOSSO WS K

enn sich Constables Bedeutung für
unsere Zeit damit umschreiben lässt,
dass er als der erste grosse Maler
schlichter Natürlichkeit gelten darf,
wenn er als der Erste erscheint, der
eine neue wahrhaft bürgerliche Kunst in einer wahr-

Diese Arbeit, der Teil eines grösseren Essais über Dela-
croix, gehört dem illustrierten Werk „Die Sammlung Cheramy"
an, das Julius Meier-Graefe in Verbindung mit Erich Klossowski
bei Piper & Co. in München herausgiebt und das in diesen
Wochen erscheinen soll. Dieses Buch wird in Berlin gerade
jetzt einem aktuellen Interesse begegnen, da von Delacroix und
von Bildern der Sammlung Cheramy (Gericaultausstellung bei
Gurlitt) letzthin viel die Rede war. D. Red.

haft künstlerischen Weise realisierte, wird man von
Delacroix sagen können, dass er unserm Jahrhundert
zum ersten Male den Typus des grossen Schöpfers
gegeben hat. Mit diesem Worte ist der Unterschied
angedeutet, der die beiden Männer trennt, die als
Maler so viele Beziehungen gefunden haben. Dela-
croix ist mehr als Maler; oder man muss diesen Aus-
druck in seiner Verallgemeinerung fassen und mit
jenem ganzen Reichtum von Ideenassoziationen ver-
knüpfen, die man im Sinne hat, wenn man Tizian,
Rembrandt, Rubens Maler nennt. Man täte Dela-
croix Unrecht, seine Tat lediglich als den Sieg des

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