Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 6.1908

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ALFRED SlbLEY, DIE SEINE BEI MAKLY

ÜBER LANDSCHAFTSMALEREI

VON

A L F R E D S 1 S L E Y

[percüs über Kunst niederschrei-
ben , was man heutzutage so
etwa sein ästhetisches Glaubens-
bekenntnis nennt: das scheint
mir eine recht heikle Sache
zu sein und wenn ich es
versuche, muss ich gleich
an Turner denken und an eine Anekdote, die
mir von ihm erzählt wurde. Er ging von ein
paar befreundeten Malern fort, wo nicht schlecht

über Malerei gerauh worden war. Im Innern
hielt natürlich Jeder seine Kunst für die beste,
äusserlich versuchte aber Jeder, diese Vorliebe
hinter grossen Worten und schönen pompösen
Theorien zu verbergen. Während der ganzen Dis-
kussion hatte Turner kein Wort geäussert. Auf
der Strasse erst, wendete er sich an einen Freund,
der ihn begleitete, und sagte: „Eine zu komische
Sache, die Malerei, was?"

Denselben Widerwillen, den Turner empfand

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