Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 6.1908

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BURGKMAIR, BILDNIS JAKOB FUGGERS, FARBENHOLZSCHNITT

errichtete er vor einigen Jahren das Grabdenkmal fin-
den Bürgermeister Strobach auf dem Wiener Zentral-
friedhof. Eine grosse Figur von ihm, „Medea" befindet
sich augenblicklich in der Wiener Sezession.

Bei Emil Richter wurde eine sehr schöne und voll-
ständige Rysselberghe-Ausstellung zu einem wegen der
Sommersaison leider nicht genügend beachteten Ereignis.
Es waren 4a Gemälde und 17 Zeichnungen zu sehen.
Hoffentlich bleibt diese Kollektion, die einen vortreff-
lichen Einblick in Rysselberghes Art giebt, noch länger
in Deutschland.

amburg. — Von den Sommerausstellungen ist nur

die im Kunstverein zu erwähnen, die eine umfang-
reiche Kollektion von H. Zügel bringt. Unter den Bildern
fallen einige frühere mit unbefangen gesehenen Motiven
aus Finkenwärder auf, die unter dem Einiluss von
Th. Herbst entstanden zu sein scheinen.

Commeter eröffnet soeben eine Ausstellung von Ge-
mälden Pissarros und von Radierungen Paul Baums.
I.T öln. ■— Endlich hat man einen Ausweg gefunden

in der schwierigen Frage der Direktorwahl für das
städtische Wallraf-Richartz-Museum; bei der ausser-
ordentlich vielartigen Zusammensetzung und Wirkungs-
möglichkeit der Museumsbestände schien es geboten,
den Posten unter zwei Bewerbern zu teilen. Erster
Direktor (mit dem Spezialressort „Malerei und Kupfer-
stichkabinet") wurde Dr.Hagelstange, durch seineThätig-

A. DÜRER, DURERS MUTTER AUSGEST. IM KUPFERSTICHKABINET, BERLIN

keit als Assistent (unter Volbehr) am Kaiser-Friedrich-
Museum zu Magdeburg bekannt geworden. Zweiter
(und zwar speziell für die Skulpturen- und Antiken-
sammlung) Dr. J. Poppelreuter, der sich als archäo-
logischer Fachmann und als Assistent unter dem vorigen
Regime (Aldenhoven) bereits verdient gemacht hat.
\ T iinchen. — Der.,, Werkbund" hielt seine erste Jahres-
versammlung in den Ausstellungsräumen an der
Theresienwiese ab. Es waren mehr gekommen, als Fern-
stehende erwartet hatten; und die gekommen waren,
bedeuten nicht nur Zahlen, wollen wirklich Förderer
der guten und geschmackvollen Arbeit sein. Darum
handelt es sich nämlich beim Werkbund: nicht um die
Dekretierung irgend einer Kunst oder einer Richtung,
sondern um die Verpflichtung, nur Qualitätsware zu
fabrizieren, zu vertreiben und zu unterstützen. Das
Problem ist darum weit mehr ökonomischer als ästheti-
scher Natur. - Der erste Verhandlungstag brachte eine
Diskussion über das Verhältnis von Künstler, Hand-
werker und Fabrikant. Die Werkbündler sind ent-
schlossen, durch gegenseitige Achtung und rückhaltlose
Anerkennung eines jeden dieser Faktoren, eine Ge-
sundung der bisher unerquicklichen Verhältnisse herbei-
zuführen. Der zweite Tag diente der Besprechung von

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