Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

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ITcite Brunnenwettbewcrbc.

Logexlan für Frz. Drexlers Brunnen. Maßstab : : ;ooo.

gaben dein Gedanken der hundertjährigen Zugehö-
rigkeit Eichstätts zu Bayern in gut erfundenen und
plastisch gefühlten Figuren Ausdruck. Das plastische
Moment überwiegt bei Aindler das Architektonische.
Zn sinnreicher Weise hat er auch das zur Verfügung
stehende Wasserquantum benutzt. Wäre diese Skizze,
die mit einem dritten Preise bedacht wurde, zur Aus-
führung gelangt, hätte das Ganze sicher ein sehr
reizvolles und erfreuliches Bild dargeboten.

Peilmaier brachte auch diesmal wieder eine
Variation des von ihm sehr geliebten Brunnen-
hauses (Abb. 379), Bradl etwas ähnliches, nur in
einem anderen Stilcharakter, ein Gebilde, ebenso
trefflich erfunden als reizvoll in seiner Erscheinung
(Abb. 380). Fritz Behn (Abb. 583 u. 585) und
Theodor von Gosen (Abb. 38 s u. 582) dachten
mehr an archaische, romanische Formen. Alan
könnte sich solche Brunnen viel eher auf dem Markt-
oder Rathausplatze einer mittelalterlichen Stadt oder
doch in einem architektonisch verwandtem Bild denken.

pübsche Zierbrünnchcn mit schlanken Säulen,
reichem ornamentalem und figürlichem Beiwerk und
belebender Entfaltung des Wasserspiels bringen
Aarl Burger und pans Sautter (Abb. 38^ u. 386).
Mehr an die in Eichstätt schon vorhandenen Barock-
formen lehnten sich Angermaier
und Franz Drexler an (Abb. 587
u. 388). Der Drcxlersche Entwurf
hat gegenüber dein Angermaierschen
entschiedene Vorzüge im Aufbau und
Verwendung solcher Motive.

Im ganzen gingen bei dieser
Aonkurrenz ungefähr an die 40 Ent-
würfe ein, ein Zeichen, mit welchem
Interesse derartige Aufgaben von
den Aünstlern aufgegriffen werden.

Eine Fülle bildnerischen Lebens kon-
zentriert sich gegenwärtig auf diesen:

Felde. Es sproßt und blüht allenthalben. Man
fragt sich nur, wie die Lust und Freude an scheinbar
mühelosem Pervorbringen und Gestalten erhalten
und gefördert werden kann. Denn es ist doch schade
um so viel Blüten, wenn sie abfallen, ohne Früchte
zu tragen. Man muß in erster Linie daran denken,
die bei den Aonkurrenzen hervortretenden begabten
individuellen Erscheinungen im Auge zu behalten
und ihnen mit nächstem eine passende Aufgabe zu-
teil werden zu lassen. Preise allein tuns nicht.

Alex. Peilmayer.

Ein Nebenerfolg der letzten Brunnen-
wett bewerbe illustriert die vorstehenden Schluß-
worte: Pubcrt Netzers „Nornenbrunncn", der zuerst
(vor einem Jahre) bei dem Aemptner Brunnenwett-
bewerb und nun kürzlich wieder bei dem Wettbewerb
mn einen Brunnen für den Isartorplatz mit einem
Preis ausgezeichnet worden, gelangt nun auf Rosten
der Matthias pfchorrfchen Stiftung mit einen: Aosten-
aufwand von ^0000 M. auf dem Aarlsplatz in den
Anlagen vor den: Justizpalast zur Ausführung in
Stein. Die pöhe des Ganzen wird 6 m betragen;
der mittlere Wasserstrahl steigt noch 2 m höher.

26p (Passauer Brnniienwettbewerb). Modell von Frz. Drexler. C/,5 d. w. G.)

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