Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

Page: 343
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Vom Büchermarkt.

656 u. 657. Tapetenmuster von Thea wittin
Grund hellgrau, Kränze in Rosa, Schwarz und Gold.

(Vom (Küchermarßt.

^eonh. Hellmuth, Moderne Flachornamente, Neue
^ Vorlagen für das Ornamentzeichnen, Motive für
das Aunstgewerbe. Verlag von Seemann & To.,
Leipzig. 60 Tafeln (^8/25 cm), preis (0 M.

Der bekannte, überaus fleißige Herausgeber bringt
hier eine Sammlung von modernen Ornament-
motiven auf den Vorlagenmarkt, von denen er im
Geleitswort fagt, sie feien einesteils dein Bedürfnis
entsprungen, „die Schüler schon beim Anfangsunter-
richt im Ornamentzeichnen mit modernen Formen
bekannt zu machen", während er anderseits hoffe,
damit „den verschiedenen Zweigen der Aunstindustrie
einen Dienst zu erweisen". Tr meint auch, es werden
„diejenigen, welche dem neuen Stile noch immer kopf-
schüttelnd gegenüberstehen, finden, daß ein guter Aern
in der modernen Sache steckt, der es lohnt, sich mit ihr
zu befreunden". Die Vorlagen sind sauber gezeichnet
und in ihrer milden Farbgebung ganz ansprechend;
sie aber für den Anfangsunterricht im Ornament-
zeichnen zu verwenden, dafür sind doch die meisten
zu schwer verständlich. Mir geben unbedenklich zu,
daß manche antike Ornamente, mit denen die Jugend
vor 40 Zähren gequält worden ist, für diese auch nicht
verständlicher waren; aber sie ließen doch mehr

ann, München. (Ungefähr */„ der wirkt. Gr.)

Grund blangran, Gezweig grau, Beeren violett.

Vrganisntus erkennen als weitaus die meisten der
pellmuthschen Ornamente. Mill man Auge und b)and
durchaus nicht mehr zu griechischeit Palmetten in die
Schule schicken, dann bringe man ihnen lieber ein-
fache natürliche Vlattformen als diese Vorlagen; es
soll diesen also nicht jeder Mert abgesprochen, son-
dern nur dem Zweifel Ausdruck gegeben werden,
ob sie auch für den Anfangsunterricht im Ornament-
zeichnen tauglich seieit. G.

lce Meister. Verlag von T. A. Seemann, Leipzig
und Berlin. Zährlich 5 Lieferungen mit 8 Tafeln
zu 4 AI.

Mir haben bereits früher (52. Zahrgang, S. 32)
auf das außerordentlich dankenswerte Unternehmen,
die Schätze der großen Galerien in farbigen Repro-
duktioiren zu einem angemessenen preise zu verbreiten,
hingewiesen und die Vorzüge der obigen Publikation
hervorgehobelt. Den fünf Lieferungen des ersten
Zahrgangs haben sich drei weitere angereiht, deren
einzelne Tafeln in keiner Meise gegenüber den früher
erschienenen zurückstehen; es scheint sogar, wie wenn
sich iitsofern ein weiterer Fortschritt ersichtlich zeige, als
bei der Auswahl der Originale schon entsprechend
Rücksicht auf die künstlerische Leistungsfähigkeit des
technischen Verfahrens Rücksicht genommen wurde.

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