Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

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Das Schicksal des Heidelberger Schlosses.

wollen — diesen Weg erschweren? <£s ist so,
als legte man sich künstlich Hindernisse in den
Weg. Aus Furcht, nicht gelehrsam genug zu
sein. Aus Furcht, unterhaltend zu werden. In
den Kunstgewerbemuseen finden wir ab und zu
Interieurs. Zimmer, die aus dem Vollen ge-
schaffen sind, aus Freude, ein Ganzes geben zu
können. Eine Ahnung ist es. Aber wo sind
nun die Bilder, die hierher in dieses rekonstruierte
Milieu gehören? Die hängen irgendwo an ganz
anderer Stelle, für sich, abgesondert. Ich muß dazu
einen langen Weg machen.

And die Schlösser! Weshalb strömt die Menge
zu den alten Schlössern? Weil da ein Ganzes sich
bietet. Weil sie da ein Ganzes überblicken können,
in eine ganze Zeit mitten hineintreten. Keine
Sonderung. Nichts Einzelnes. Keine Trennung.
Nichts drängt sich auf. Nur das Ganze lebt in sich.
Ist Zeuge für eine Vergangenheit. Hier lebten
Menschen — das fühlen wir alle instinktiv, die
hier eintreten. Es weht ihnen entgegen einen Hauch
alter Frische. Sie spüren den Atem, den wirklich
lebendigen Atem der Vergangenheit, der sie kräftigt,
sie stärkt, ohne sie mit totem Wissen drohend zu
belasten. Der sie zum Leben führt.

(Bae Schicksak des HeidekKerger
Kchkossee.

eit vor etwa drei Jahren die Wieder-
herstellung des Gtto-Heinrichbaues akut
geworden isV), hat sich ein gewal-
tiges Aktenmaterial aufgesammelt, das
zu durchforschen vielleicht einmal eine
lohnende Doktorarbeit werden mag. Gutachten
und Gbergutachten über Erhaltungsmöglichkeit und

505. Anhänger von Jos. Seitz, München. ! *) vgl. darüber Jahrgang ^902, S. 67 u. 27?.

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