Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

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Pom Büchermarkt.

(68 und (75). Wie diese Saalausftattung ein bezeich-
nendes Beispiel für die Art Gedon scher Raum-
dekoration ist, so ist auch das Einzugsbild (Abb. (6fl)
charakteristisch für die humorvolle, phantasiereiche
graphische Kunst Ferd. Barths, dessen flotte Zeichen-
weise sich damals besonderer Beliebtheit erfreute. —
Wie weit in den achtziger Zähren des verflossenen
Jahrhunderts innerhalb des Vereinslebens einzelne
Führer den Geist der alten Meister erfaßten und in ihn:
schöpferisch tätig waren, davon geben die beiden Ent-
würfe von Rud. Seitz (Abb. (77 und (78) ebenso
bezeichnende Beispiele wie das sich im Reif wiegende
Meerweibchcn von Fritz v. Miller (Abb. (67). —
Den Schluß bildet eine Rokokowand aus denr Bücke-
burger Residenzschlosse, dessen dekorative Znnenaus-
stattung insoferne zuin Verein in Beziehung steht,
als der künstlerische Urheber — Prof. Fr. Brochier,
jetzt Direktor der Nürnberger Kunstgewerbschule —
lange Jahre Leiter des Vereins-Zeichensaales gewesen
ist, aus dein zahlreiche Vereinsmitglieder mit Entwürfen
versorgt worden sind; auch der Ehrenpokal (Abb. ^ 70)
zum Münchener Schützenfest ist aus dieser Quelle
hervorgegangen. — Was noch dazwischen an kleinen
Zeichnungen eingeschaltet ist ((7s—(7H und (76),
sind Kopien einfacher Lesezeichen, die Alois Müller
zum Künstlerhausjahrmarkt, gelegentlich des großen
Vereinsjubiläums im Sommer (H0(, gezeichnet.

(Vom (Kücßermarßi.

er Vleubau des Bayerischen VTationalmufeums
in München hat unsere Zeitschrift schon wieder-
holt beschäftigt; wenn wir heute wieder daraus zurück-
kommen, so geschieht das, um unfern Lesern davon
Kenntnis zu geben, daß aus dem in Bruckmanns
Verlagsanstalt erschienenen großen Werke über das
Museum 50 Vollbilder dem Einzelverkauf (unauf-
gezogen je ( Ui.) unterstellt wurden; es ist also
jedem Liebhaber, dem seine Mittel die Anschaffung
des ganzen Werkes (70 Ui.) verbieten, ermöglicht,
wenigstens von den ihn am meisten interessierenden
Räumen gute Bilder zu mäßigem preis zu er-
werben.

runo v. Wahl. Auf! Runstgewerbl. Ent-
würfe in modernem Stil, peft 8—(2, je
6 Blatt in Lichtdruck (27/35 cm), preis 2 M. pro
peft. Verlag der Vereinigten Kunstanstalten, A.-G.,
München, Kaulbachstraße 5(a. Wir haben beim
Erscheinen der ersten pefte diese Sammlung will-
kommen geheißen (vgl. (fl02, S. 32(), und wir
können auch jetzt beim Abschluß des Ganzen nicht
ohne Befriedigung die Fülle der hier aufgehäuften
Motive an uns vorüberziehen lassen. Das Mobiliar,
das heutzutage am wenigsten Anspruch auf dekora-
tive Durchbildung erhebt, hat der perausgeber ganz

Aunst und Handwerk 5°p Icchrg. Heft 5.

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