Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

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Unsere Lilder.

U3. Gesellschaftskleid aus weißem Tuch mit Richelieustickerei.
Tutwurf rem Frau Bcrmiitc Bartesch.

Die diese Zeilen begleitenden Kostümbildcr sollen
aus der Ausstellung lediglich einige Proben von
Kleidern geben, die weder den Körper — sei es durch
Korsett oder durch das noch schädlichere Ein
engeu oder Einschnüren mit dem Rockbund —
in zwei Teile zerlegen, noch selbst da (an der Stelle
unserer Alodetaille) eine Teilung markieren. Proben
des auf den Lüsten ruhenden Gürtels (ähnlich früh-
mittelalterlicher Trachten) und der rein dekorativen
Gürtung unter den Brüsten, deren pohe dadurch zur
Alarkierung einer Teilung der Kleider, ähnlich dem
Empirekleide, benützt wird, sind unter den Bildern
nicht vertreten. Wie die Last des Kleides von schul-
tern und Becken, vom ganzen Rumpfe getragen
werden soll, so ist es in den vorgeführten Beispielen
auch als Gesamtheit aufgefaßt und dementsprechend
künstlerisch behandelt. Bei ist die 5telle der
Alodetaille durch einen Überfall verdeckt, was viel- !

16^. Gesellschaftskleid aus gelbem Crepe de Chine mit Stickerei
und gekuüpste»Fransen. Entwurf von LertaFroriep,München.

leicht — weil weniger auffällig — als Übergang
zur neuen Tracht manchen Damen recht zweckmäßig
erscheinen mag.

(Unsere (Iikder.

eues und Altes findet sich im vorliegenden
£jefte vereinigt, - das Neue kreist
um die beiden Pole ■— Lichtgerät
und Frauen ko stüm, — das Alte
soll einzelne Fixpunkte des AI ü n
chener Kunstgewerbes aus dem letzten Viertel
des lß. Jahrhunderts bieten.

Die Reihe des modernen Lichtgerätes beginnt
mit den schlicht und naiv gedachten elektrischen
Lampen von Frz. Ringer —Arbeiten, die in ihrer
schmucken, farbenfrischen Ausstattung sehr wohl geeignet

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