Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

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Ehronik des Bayer. Kunstgewerbevereins.

78—80. Uhren von Ign. Taschner; ausgeführt von Stein icke n 6: Lohr, München.

alter Ortlieb, Moderner Schmuck; f6 farbig
gehaltene Tafeln nach Original-Entwürfen.
Berlin, Verlag Aarl Aoch-Arauß.

Die vorliegende, in eleganter Ausstattung ge-
botene Sammlung enthält ein halbes hundert ver-
schiedener Schmuckentwürfe. Im Sinne Behrensscher
Buch-Ornamentik sind Anklänge an organische Motive
möglichst vermieden und fast nur die gerade Linie
und der Areisbogen als Elemente der Schmuckstücke
benutzt. Durch den Verzicht auf leichter bewegte
formen, auf die Modulationsfähigkeit des Edelmetalls
haben all diese Muster etwas Starres, Strenges be-
kommen, was vielleicht dem Ernst der Zeit, aber
weniger dem Material entspricht. In Silhouettierung
und Alassenverteilung bieten sie viel Anregendes, und
bei geschickter Ausführung und Berücksichtigung der
vorgeschlagenen Ausschmückung mit buntem Gestein
und ä sour-Email werden diese Anhänger, Brachen,
Nadeln, Aussteckkämme ic. ihre Wirkung nicht ver-
fehlen. M.

LJronik des Vager. Kunstgeweröerereins.

Die regelmäßigen verciiisveriammlungen nehmen Diens-
tag den 2. November ihren Aiifang.

Vergrößerung der Ausstellungshalle. Das Münchener
Gemeindekollegium hat kürzlich über die voin Verein gestellten
Anträge betreffs Erweiterung der Ansstellnngshalle — Miete von
fünf am Rochusberg gelegenen Parterreräumen der städtischen
Leihanstalt — dahin Beschluß gefaßt, fragliche Räume gegen
eine jährliche Entschädigung von soo M. an den Kunstgewerbe-
verein zu vermieten, beit Verein jedoch zugleich zu verpflichten,
die vom Stadtbanamt auf 2t000 M. verauschlagten Kosten der
notwendigen baulichen Abänderung zu verzinsen. Dem weiteren
tvunsch des Vereins, einen Mietvertrag auf 20 Jahre hinaus
abschließen zu können, wurde nicht entsprochen, sondern inan
beließ es bei der bisherigen Übung.

Der Geschäftsgang der Verkaufshalle war in den Monaten
Juli, August und September wesentlich besser als im Vorjahr,
so daß der Ausfall, den das Frühjahr ergeben hatte, wieder
eingebracht werden wird; besonders für das Bereich der besseren
Schmucksachen zeigten sich viele Käufer. Die Richard tvagner-
Festspiele machen sich auch da deutlich bemerkbar.

verantw. Red.: j)rof. £. Gmelin. — Herausgegeben vom Bayer. Aunstgewerbeverein. — Druck und Verlag von R Gldenbourg, München.

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