Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

Page: 177
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1903_1904/0193
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Chronik des Bayer. Kunstgewerbe Vereins.

nicht überschreiten. Die Transportkosten der Biodelle
und Pläne nach Zug trägt das ausschreibende Aonritee.
Für Preise stehen dem Preisgericht 3000 Fr. zur
Verfügung; dem Verfasser des mit dem ersten Preis
ausgezeichneten Projektes wird die Ausführung auf
Grund besonderen Vertrages zugesichert. Das Preis-
gericht besteht in seiner Blehrheit aus Aünstlern.
Ginlieferungstermin: f. Blai *

um Deggendorfer Bruuitenwercbewerb haben
wir berichtigend nachzutragen, daß er nicht ain
30. Btärz, sondern an: 50. April abläust.

as deutsche Buch im Zeitalter des Barock und
Rokoko bildet Gegenstand eines Wettbewerbs,
den die Gesellschaft der Bibliophilen (Weimar) aus-
schreibt. Gs handelt sich in erster Linie um eine
geschichtliche Darstellung der Buchausstattung in der
Zeit von etwa s600 bis \750, mit Untersuchung
über die Wirksamkeit der dabei beteiligten Künstler,
Drucker und Verleger. Der Umfang soll etwa
\2 Druckbogen (Quartformat) betragen. Ginliese-
rungstermin: Oktober jYOO an den Sekretär der

347. Altarmodell für die Kirche zu Feucht von Karl Vogt,
München. (Wettbewerb, 2. Preis.)

Gesellschaft, Vr. A. Schüddekopf in Weimar (Wörth-
straße 20). Als Preis ist die Summe von (000 UI.
ausgesetzt. ^

Lßronit i>kZ VaPriWen Kunflgklvkkßkvkrkin§.

thochbetagt verschied am 2. März unser Ehren-
mitglied

Zentner Joseph v. Vadspieker,

zugleich eines jener Vereinsmitglieder, welche die
Kiuderjahre des Vereins mitcrlebt haben und lange
Jahre in seinem Interesse tätig waren. Seit (85^
ordentliches Mitglied, griff er besonders tatkräftig
gelegentlich der Deutsch - nationalen Kunstgewerbe,
ausstelluug im Jahre ;8S8 ein als Vorstand des
tvirtschaftskomitees. Jur ljinblick hieraus wurde der
verstorbene im Frühjahr ;889 in die Reihe der Ehren-
Mitglieder ausgenommen. Ehre seinem Andenken!

-Akkgememe (Vereinsnachrichten.

Die Generalversammlung des Vereins findet am
29. März statt.

Mochenversammkungen.

(Vorbemerkung. Wegen seines ungewöhnlichen Umfangs
mußte der Bericht über den dritten Abend zurückgestellt werden;
er folgt deshalb erst nachdem die Berichte über die zwei folgenden
Abende bereits erschienen sind.)

Dritter Abend —den November — Vortrag von Friedr.
Fischer über „Tapetenfabrikation". Es ist bekannt, welch große

Bedeutung den Geweben als Wandbehängen in alter Zeit zu
kam; daß das ans dem Griechischen stammende Wort Tapete
ursprünglich Gewebe bedeutet, weist hinlänglich auf den Zu-
sammenhang mit dem, was wir heute unter dem Wort Tapete
verstehen. In der Einleitung schilderte der Vortragende in an-
ziehender Weise diese Vorgeschichte unserer Tapete, um dann die
Entwicklungsgeschichte der Paxiertapete seit etwa 250 Jahren zu
geben. Chinesische, mit Mustern bedruckte Papiere kamen durch
Engländer nach Europa, wo Engländer und Franzosen alsbald
anfingen, mittels Schablonen und Druckstöcken Papier zu be-
drucken, um solches an Stelle der gewebten oder gemalten Lein-
waudtapete einzuführen, ljaben neuere Forschungen auch er-
geben, daß schon im Jahrhundert ein gewisser lsauntzsch
(f;6?o) in Nürnberg Paxiertapeten hergestellt hat, so datiert
doch die Gründung der ersten eigentlichen Tapetenfabrik — in
England — aus der Mitte des ;8. Iahrh.; bis zum Ende
dieses Jahrhunderts hatten auch die Franzosen schon große Er-
folge in dieser Industrie. Indessen wird aus dem Jahr ;?S8
von einem gewissen E ck a r d in ksaag berichtet, daß er Tapeten
gefertigt habe, die den in Gold und Silber gestickten und ge-
wirkten Arbeiten sehr ähnlich gewesen seien. Größere Bedeutung
erhielt das Bedrucken des Papiers erst zu Anfang des ;g. Jahr-
hunderts, als die Erfindung der Papiermaschine die Herstellung
endlosen Papiers ermöglichte; der bis dahin allein übliche
Handdruck auf große Bogen blieb aber noch jahrzehntelang
im Schwung. Die erste deutsche Tapetenfabrik gründete
W. Flainmersheim in Köln, noch unter Benutzung von Bogen-
papier; heute ist diese Fabrik die größte auf dein Kontinente.
Im Jahr ^8^3 schritt Hermann Engelhard in Mannheim
loading ...