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„Die Kunstauktion'

Jahrg, III, Nr. 4 vom 27. Januar

VORBERICHTE

1 RU

LA RENAISSANCE

DE L’ART

Leo

Fondateur: HENRY-LAPAUZE

Bud:

DES REVUES D’ART

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Aus

Erste Re

34, Rue Lafayette — 58, Rue Jouffroy (Bd. Malesherbes) Paris

111. Nj


von
und
war

GALERIE EONMEIER
Hamburg, Hermann st raße 37

250, W-57. Steeet

Vertretern der „absoluten Kunst“ zu sehr for-
ciert wird. Vielleicht aber ist er in unserer
Gegenwart eine gewissermaßen prophylak-
tische Norm, eine nüßliche Vorbeugungsmaß-
nahme gegen „Gesamtkunstwerke“ und ähnliche
Vorstellungen, deren Verwirklichung uns nicht
mehr gemäß scheint.

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ä la Renaissance

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von Frans

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eine vorbildliche Arbeit. Nicht nur wegen
seines wunderbar elastisch-kräftigen Stiles,
nicht nur wegen der klaren Sachlichkeit, mit
der er seine Überlegungen vorträgt, und nicht
bloß wegen seiner universalen Belesenheit.
Alles dies ist in größerem oder geringerem
Maße das gemeinsame Kennzeichen der
Schriftsteller seiner Zeit. Wesentlicher ist das
Prinzip, mit dem Lessing an sein Thema heran-
getreten ist. Die schöpferische Lei-
stung seinerKritik lag darin, daß er zu-
erst nach dem Sonderwert, nach der
F. igengeltung der einzelnen

Max Liebermann: Gartenbild
Ausstellung bei Bruno Ciassirer, Berlin
Max Liebermann, Vue d’un jardin
E xposition chez Bruno Cassirer, Berlin

sucht zu hauten:
Gemälde von Feddersen, Rohlfs,
Böcklin, Feuerbach, L. Richter
(auch Aquarelle)
Übernimmt zur
Versteigerung:
Graph. Blätter alteru.mod. Meister
Ganze Sammlungen und Beiträge

und Privatbesitz. Im

Revue mensuelle illuströe
Editöe en FRAN^AIS et en ANQLAIS

Gemälde alter Meister
Vorberichf Berlin. — Rudolph Lepkes
Kunst-Auktionshaus, Berlin, eröffnet seine
Tätigkeit im neuen Jahre am 5. Februar mit
einer Versteigerung alter Gemälde aus

Museums-
Vordergrund des Interesses stehen einige
Meister der niederländischen Renaissance.
Ein Ratsherrenporträt
Pourbus d. Ä. (Nr. 109) ist ein typisches
Beispiel für die Umwandlung tizianischer Vor-
bilder in der Kunst des Antwerpener Meisters.
— Nr. 122 a, eine große Kreuzigung
Christi von S c o r e 1, mehrfach in der
kunstgeschichtlichen Literatur erwähnt, zeigt
den Utrechter in der Gefolgschaft Tintorettos.
Eine vollkommen anders geartete Darstellung
dieses Themas bietet Nr. 128, eine Jugend-
arbeit Pieter Brueghels. Meisterstücke
der frühen Genremalerei treten uns in Nr. 105,
einem „Küchenstück“ von Pieter Aertsen,
und Nr. 62, dem „Kirchweihfest“ des Jacob
Grimmer, entgegen. Unter den Nieder-
ländern des 17. Jahrhunderts finden
sich die Namen N. Maes, Ryckaert,
C. Dujardin, J. van de Capelle,
Molenaer, van der Meulen, Berg-
liem, Grimmer und Juriaen Ovens,

stische Werk: Lettres cabalistigues
ou Correspondance philosophi-
gue, La Haye, 1751, in 6 Bänden, 'N».'331,
Fl au b er t, Salambo, 1863, Erstausgabe,
Nr. 385, Boccaccio, Decamerone, London
1857, 5 Bde., mit 116 Kupfern und 97 Vignetten
von Gravelot, Boucher usw., in violetten Leder-
bänden. Unter Gemälden alter Mei-
ster aus Süddeutschland und den Nieder-
landen, Sammlung S., Leipzig, figuriert
Nr. 426, Dav. Teniers, Bauernhof, Nr. 432,
Antwerpener Meister um 1 520,
Kreis des Lucas van Leyden, Urteil Salomonis,
Nr. 439, Joh. Adam Kern, Brustbild des
jungen Goethe, sign., 38:32 cm. Bei der
Keramik aus der Sammlung P., Berlin, sind
italienische und deutsche Majo-
liken erwähnenswert.

Berlin
Möbel, Fayencen, Gemälde
Vorbericht Berlin. — Am 29. und 30. Januar
versteigert Jac. Hecht, Berlin, Möbel und
Gemälde aus verschiedenem Pri-
vatbesitz. Der gut illustrierte Katalog
verzeichnet als erste Gruppe Textilien, Perser-
Teppiche, antike Möbel und Holz-, Elfenbein-
und Glasarbeiten usw. aus der Sammlung
S. Neudorf. Französische Klein-
möbel im Louis XV- und Louis XVI-Sfil,
darunter Nr. 80, eine von Lardin signierte
Kommode aus Veilchenholz, werden großes
Interesse erregen. Es folgen dann Bücher,
unter denen wir u. a. erwähnen: Nr. 388,
Shakespeares Werke, überseht von
Schlegel und Eschenburg, Wien, 1810—1812, in
20 Hlbldrbden., Nr. 309, das seltene okkulti-

Künste fragte. Der Malerei reserviert er ein
anderes Feld als der Poesie. Was die eine
Kunst kann, vermag die andere nicht zu
leisten, — wie er selbst es einmal ausspricht:
„Ich behaupte, daß nur das die Bestimmung
einer Kunst sein kann, wozu sie einzig und
allein geschickt ist, und nicht das, was andere
Künste eben so gut, wo nicht besser leisten
können als sie. Ich finde bei dem Plutarch ein
Gleichnis, das dieses sehr wohl erläutert. Wer,
sagt er, mit dem Schlüssel Holz spalten und
mit der Axt die Tür öffnen will, verdirbt nicht
sowohl beide Werkzeuge, als daß er sich
selbst des Nußens beider Werkzeuge beraubt.“
Dieser Grundsaß der Trennung der
geistigen Sphären nach ihrer jeweiligen Eigen-
art ist später von Kant im größten und tief-
sten Sinne durchgeführt worden. Er wurde das
Losungswort der kritischen Philosophie über-
haupt. Es war ein genialer Gedanke Lessings,
diese Idee auf einem Sondergebiet vorwegzu-
nehmen. „Laokoon“, sagt W. Dilthey, ist das
erste große Beispiel analytischer Unter-
suchungsweise auf dem Gebiete geistiger
Phänomene in Deutschland.
Noch bis in unsere leßten Generationen hat
der Lessingsche Grundgedanke fortgewirkt.
Max Klinger verwandte in seiner Abhand-
lung „Malerei und Zeichnung“ Lessings
Methode, um beiden Kunstarten ihr besonderes
Stoffgebiet zuzuweisen. Und A. Schmar-
sow hat „Erläuterungen zu Lessings Laokoon“
geschrieben.
Die Anregung Lessings ist nicht bloß
theoretischem Gebiet von Erfolg gekrönt
wesen. Unter den mancherlei Impulsen,
denen die Entwicklung der Kunst im 19.
20. Jahrhundert vorwärts getrieben wurde,
einer der kräftigsten Antriebe der prinzipielle
Leitgedanke des „Laokoon“: die Betonung der
Selbständigkeit der Kunst überhaupt und der .
Eigenartigkeit jeder besonderen Kunst, wenn
man sich natürlich auch der Initiative Lessings
nicht bewußt war. Noch der Kubismus lebte
von diesem Gedanken.
Man kann im Zweifel sein, ob er im tiefsten
Grunde für die Kunst fruchtbar ist, — die
größten Werke der Vergangenheit scheinen
gegen seine Geltung zu sprechen, die von den

dieser lebte mit einem vorzüglichen „Simeon
mit dem Christuskind", Nr. 104.
Auch einige Meisterwerke italie-
nischer Herkunft sind anzutreffen:
Nr. 58, eine Madonna des Bartholommeo
N e r o n i, Nr. 98, ein prachtvoller Kopf eines
„Alten im Turban“ von J. P. T i e p o 1 o sowie
Nr. 111, eine „Hafenlandschaft im Sturm“ von
Magnasco. Die französische Kunst
des 17. Jahrhunderts ist in einem ihrer
Hauptrepräsentanten vertreten, in Nr. 42, einer
Ideallandschaft des Claude Lorrain.
Aus dem 18. Jahrhundert nennen wir Nr. 102,
Hubert Robert: Thermenstück von 1790,
und Nr. 44, G r e u z e : Mädchenkopf.
Endlich sei noch der österreichische
Barockmaler J. G. Platzer mit Nr. 54 und 55,
zwei Szenenbildern aus der Antike, „Crösus
und Solon“ und „Cincinnatus“, besonders auf-
geführt.
Den Gemälden schließen sich Hand-
Zeichnungen und Graphik an, darunter
Blätter von Dürer und Rembrandt,
flämische Stiche des 17. Jahrhun-
derts und farbige Daumieralben.

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Jan. 29-30
2?n-30

Hamburg
Holsteinische Schloßbibliothek
Vorbericht Hamburg. — Das Buch- 1
Kunstantiguariat Walter Christiansen & (
Hamburg, wird am 1. und 2. Februar e
Holsteinische Schloßbiblioti1
versteigern, über deren Inhalt der Kat al
N r. 21 Auskunft gibt. Das reiche Material j
faßt alte und seltene Werke R R*
Weltliteratur, Werke zur G e s c h i c I' Hl
und Kulturgeschichte S c h 1 e s W1 T"'"—
Holsteins, Dänemarks und Hä1“28
b u r g s. Wir nennen im einzelnen einige im Jan. 28
essante Arbeiten. So die f r a n z ö s i sc jah
Ovid-Ausgabe der „Metamorph, 128
s en" von 1767—1771 in vier roten ai. 29-30
quinbänden mit den Kupferstichen Pebr’. i_2
Boucher, Eisen, Moreau usw. Dann
Dante-Übersetzung von P h i I p r' 5
lethes mit Zeichnungen von L. Richter e|>r. 12-13
M. Reßsch. — Erstdrucke von F i e 1 d i1 Febr.
„Tom Jones“, 8 Bde., 1749, und von R i c h a( Feb
son, „Clarissa“, 6 Bde., 1751. — Herm;^... '26
Sophiens Reise nach Sachsen, mit den Kup1 ar* 19
von Chodowiecki, 6 Bde., 1776. — P o t o c 1z,.15
Voyage dans quelques parties de Basse-$‘ ,
1795, mit 29 Kupfertafeln. — J. S t uä I |t| bei
Untersuchung der Grundsäße der Staats'' «S ■
schäft, 1769-1770. - Weiterhin Holbe’Ja,
„Dänische Reichshistorie“, 3 Bde., 1743/44 p(
Horne mann, Adlige Güter in Holstein»
den Lithographien, 1850. — P a n t o P
dan, „Kirchenhistorie“, 1741, — Lite/G-
rische Blätter der BörsenhallC m^.
Beiträgen von Fr. Hebbel, — Schrifien ' M
Busch, Heß, Wiehern usw. — Den Schluß
Versteigerung machen alte P f e r d e b i IJ Mjj
und alte Stadtansichten und PI®1
u. a. Panoramen von Altona, Kopenha^
London usw.

Leipzig'
Kupferstiche
Vorbericht Leipzig. — C. G. Boernel
Leipzig wird vom 10. bis 15. Mai zwei “
bedeutendsten deutschen Kupf
stichsammlungen versteigern. 1
nächst die Sammlung französisch
Kupferstiche und Farbendrup
des in Berlin verstorbenen Herrn Jul1
Model, eine Übersicht über die französi5'
graphische Kunst des 18. Jahrhunderts,
es sie in Deutschland kein zweites Mal
Die Sammlung entstand in den Ieh
25 Jahren vor dem Krieg, ihr Beginn reid1'
eine Zeit, in der jene feine Kunst überhF
noch nicht gewürdigt wurde. Die HauptbP
der Sammlung wurden in der berühmten A
Stellung französischer Kunst in der Akade
in Berlin 1910 gezeigt und bildeten dort £
Inhalt zweier Säle. Weiten Kreisen ist i
Sammlung durch die schöne PublikaG
von Jaro Springer bekannt gewof?
die kurz vor dem Krieg erschien und fü(1l
der besten Farbendrucke der Sammlung
bildete.
Die Sammlung von Kupferstich
des 15.—17. Jahrhunderts aus dem
siß der Familie von Pass avä1}
Gontard, Frankfurt, die schon in I
Mitte des vorigen Jahrhunderts entstand,/
dagegen bisher der Öffentlichkeit ganz UF,
kannt geblieben. Sie enthält bei kleinem
fang die besten Qualitäten der großen A
meister des Kupferstiches \
Schongauer bis Rembrandt,
unter äußerst seltene, heute sonst nicht J1)
vorkommende Blätter und Plattenzust^
Sie wird mit einigen anderen P,
trägen aus öffentlichem 11
privatem Besitz in einem besondA
Katalog publiziert, der an Wert demjeHl!
der Sammlung Model fast ebenbürtig ’
wird. Zu nennen sind daraus noch
Dubletten der berühmten Kupf^
stichsammlung auf der V e)
K o b u r g. Die beiden Kataloge wefl
Mitte März erscheinen.
(Forfseßung s. Seife -








Antiqu
Kunstge
 
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