Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 18.1883

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Preisverteilungen. — Personalnachrichten. — Sammlungen und Ausstellungen. — Vermischte Nachrichten.

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dem eingravirten Wappen der Stadt, der heraldischen Lilie,
aufgelegt. Den oberen Abschluß bildet ein Cherubim.

Areisverteilungen.

l!ut. Übcr die Beschlüsse der Prcisjury der intcrnationale»
Kunstausstcllung in Münchcn, welche am ll. August nach
achttägiger Beratung ihre Thätigkeit beendet hat, ist Nach-
stehendes mitzuteilen: Das Preisgericht war zusammengesetzt
aus den Herren Köhler und Neal für Amerika; Barthelmeß
von Düsseldorf, Prof. Becker aus Berlin, Beyschlaq, Prof.
Bühlmann, Prof. Eberle, Holmberg, Fr. Aug. Kaulbach,
Direktor Lange aus München, Hofrat Pauwels aus Dresden,
Prof. Mefstahl, Pros. Raab aus München, Seel aus Düssel-
dorf, Pros. Schaper aus Berlin, Prof. Thiersch und Vogel
aus München sür Deutschland; Lafänsstre, Lefebvre und
Millet für Frankreich; Dir. Norsini und Monteverde sür
Jtalien; von Angeli aus Wien für Österreich; Tubino
für Spanien; von Cederström für Skandinavien und
nicht speziell vertretene Länder und Benczur für
Ungarn. Die Jury ernannte Herrn Ferd. von Miller zum
Ehrenpräsidenten, Herrn Direktor Lange zum Präsidenten
und Herrn Sekretär Paulus zum Schriftführer. Die erste
Medaille erhielten zuerkannt für Malerei die Herren:
Andreas Achenbach in Düsseldorf, Hermann Baisch in Karls-
ruhe, Prof. Wilh. Diez in München, Ludwig Knaus in Berlin,
Ludwig Loefftz in München, Claus Meyer in München, Gustav
Richter in Berlin — Deutschland. James Bertrand, Bastien-
Lepage und Emil Renouf — Frankreich; Hubert Herkomer —
England; Luigi Nono — Jtalien; Carl Leop. Müller —
Österreich; Franc de Pradilla und P. Casado — Spanien.
Für Plastik: Jean Antoine Marie Sdrac — Frankreich.
Für Architektur: Paul Wallot in Frankfurt a. M. —
Deutschland; Eoiuinission äss inonuiuonts Iiistorignss äs Is,
Prsnes — Frankreich. Für Graphik: Cl. Ferd. Gaillard —
Frankreich. Die zweite Medaille wurde zuerkannt in der
Malerei den Herren: E. A. Abbey, William Chase und
Toby Rosenthal — Amerika; E. de Pratöre — Belgien;
Ch. L. Bokelmann in Düsseldorf, Eugen Bracht in Berlin,
Ludwig Dill in München, Adolf Echtler in Paris, Otto
Gebler in München, N. Gysis in München, Paul Höcker in
München, Fr. Kaulbach in München, Albert Keller, W. A.
Kowalsky in München, Paul Meyerheim in Berlin, Wilh.
Räuber in München, Cl. Schraudolph inMünchen,Rudols Seitz
in München, Otto Sinding in München, H. Speckter in Ham-
burg, Prof. Jos. Wenglein und Ernst Zimmsrmann in Mün-
chen — sür Deutschland. Albert Aublet in Paris, G.
Courtois in Paris, Ed. Dantan in St. Cloud, L. Doucet in
Rom, Henry Gervex in Paris, A. Luminais in Paris, Henry
Saintin in Paris, Fr. Tattegrain in Paris — Frankreich.
G. Boggiani in Rom, G. Ciardi in Treviso und Carlo
Randanini in Rom — Jtalien; C. Birshop im Haag und
Jos. Jsraels im Haag — Holland; Prof. Rudolf Alt in
Wien, V. Brozik in Paris, Josef Fux in Wien, Prof. Rudolf
Huber in Wien, E. von Lichtenfels in Wien, Franz Rubsn
in Venedig und Emil Schindler in Wien — Österreich;
A. Hagborg in Paris und C. G. Hellqvist in Paris —
Schweden. Jimenez y Aranda und Franqois Domingo —
Spanien. Geza von Meszöli — Ungarn. Für Plastik:
G. Eberlein in Berlin, Max Klein in Berlin, Jossf von
Kramer in München, Wilh. Roesch in Stuttgart und Prof.
R. Siemering in Berlin — Deutschland. Prof. A. D'Orfi
in Rom — Jtalien. Für Architektur: Franz Ewerbeck
Prof. inAachen — Deutschland. Louis Bernier in Paris —
Frankreich. Amador de los Rios — Spanien. Für
Graphik: F. Jünglmg — Amerika. Armand Mathey-
Doreb in Paris, Charles Albert Waltner in Paris —
Frankreich. Joh. Burger in München. Wilhelm Secht in
München, Max Klinger in Berlin und Carl Koepping in
Paris — Deutschland. Für Kleinkunst: Prof. Ferd.
Barth. Lorenz Gedon, Bildhauer und Prof. Fritz von Miller
in München. Es gelangten somit 19 Medaillen l. Klasfe und
66 Medaillen II. Klasse zur Verteilung.

j)ersonalnachrichtcn.

I!yt. Dcr bishcrige Kabinctssekretär des Königs von
Bayern, v. Ziegler, ist zum etatsmähigen Rat im Ministerium

des Jnneren für Kirchen- und Schulangelegenheiten ernannt
und ihm das Referat über die Kunst- und höheren Lehr-
anstalten übertragen worden.

Dcr Bildhauer Max Wicse in Berlin ist an Stelle
des Bildhauers Bergmeier, welcher auf zwei Jahre nach
Jtalien geht, als Lehrer für den Modellirunterricht an die
Unterrich'tsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin be-
rufen worden.

UZd. Stuttgart. Der in München wohnhafte Maler
Friedrich Kellor wurde an Stelle des in den Ruhestand
tretenden Professors Häberlein zum Lehrer der Malerei an
der königl. Kunstschule ernannt.

Dcnr Zahresbericht der akademischen Hochschulc für
die bildenden Künstc in Berlin, welchen Direktor A. v.
Werner für das Lehrjahr 1882—1883 abgestattet hat, ent-
nehmen wir, daß an Stelle des Herrn Eduard Hübner der
Waler O. Brausew etter die Funktionen eines Hilfslehrers in
der Vorbereitungsklasse übernommen hat und daß an die Stelle
des Herrn Bürck der Maler Rud. Dammeier als Hilsslehrer
in der Malklasse II. getreten ist. Die leidige Thatsache, daß
die Berliner Kunstakademie kein ausreichendes Unterkommen
besitzt, wird u. a. auch dadurch illustrirt, daß das Landschafts-
atelier und die Malklasse I. sowie das Atelier der Herren
Professor Schrader und E. Bracht nach dem Polytechni-
kum in Charlottenburg verlegt werden mußten. Die Anstalt
war im Wintersemester von 264, im Sommersemester von
24V Studirenden befucht.

5ammlungen und Ausstellungen.

ÜKt. Die internationale Kiinstausstellung in Münchcn
gab Anlaß zum Ankauf nachstehender Gemälde vonMünchener
Künstlern für die königl. Neue Pinakothek: „Die Anbetung
dor Hirten" von Ernst Zimmermann, „Piets" von Prof.
L. Loefftz, „Kalksteinsammlerinnen im Jsarbett oberhalb
Tölz" von Josef Wenglein, „Mädchen in holländischer
Tracht" von Paul Höcker und „Dachshund mit Fuchs" von
Otto Gebler. — Die fast sechs Wochen nach der feierlichen
Erösfnung der Ausstellung zugänglich gemachten Abteilungen
der Berliner und der französischen Künstler lassen das Publi-
kum ziemlich unbefriedigt; von großer historischer Kunst ist
weder dort noch hier die Rede. — Dem Vernehmen nach
ift die „Predigt im Hofe der Kathedrale zu Sevilla" von
Jimenez y Aranda in Sevilla zum Ankauf als erstsr Preis
der Lotterie der Ausstellung um 10ÜV0 Mark in Aussicht
genommen, doch steht noch nicht fest, ob das Bild überhaupt
verkäuslich ist.

Vermischte Nachrichten.

I. Ii. Dcr Wiedcraufbau dcr Basilica di San Paolo
fuori le mura in Rom schreitet allmählich seiner Vollendung
entgegen. Seitdem derselbe von dem italienischen Staato
übernommen wurde, steht die Verwaltung des Neubaues
unter dem königl. Kommissar, welcher mit der Liquidirung
des Kirchengutes der Stadt Rom rc. betraut ist. Derselbe
legt jährlich öffentlich Rechenschaft über den Fortgang der
Arbeiten ab. Dieser Bericht liegt nun für das Jahr 1882
vor. Wir entnehmen demselben, daß in dem genannten Jahre
zwei bedeutende Arbeiten angeordnet wurden und auch bald
beendet sein werden. Die erste umfaßt die Anfertigung der
12 Kolofsalstatuen der zwölf Apostel, welche die Attika der
großartigen Vorhalle, aus 12 Kolossalsäulsn aus den Brüchen
von Baveno (am Lago Maggiore) bestehend, krönen solle».
Diese Statuen werden von zwölf verschiedenen italienischen
Künstlern angefertigt, welche sich den Auftrag in einer Preis-
bewerbung erkämpsten. Der Staat bezahlt für dieselben im
ganzen 240 000 Lire. Die zweite Arbeit besteht in den zwei
für die Front bestimmten großen Fenstergemälden, welche bei
dem tüchtigsten Künstler Roms in diesem Fache, dem Cavaliere
Moroni, bestellt wurden. Nach Beendigung der genannten
Arbeiten bleiben noch drei Dinge übrig, welche den pracht-
vollen Riesenbau abschließen sollen: die große Hauptthür in
der Front der Kirche, der Quadriportikus vor der Kirchen-
fassade und schließlich das Baptisterium. Über die Herstellung
konnten sich die beidsn leitenden Architekten, der jüngere
Vespignoni, welcher seinem verstorbenen Vater, der den ganzen
Bau zum großen Teile geleitet hat, nachfolgte, und derArchitekt
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