Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 6.1908

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PAUL SCHULTZE-NAUMBURG, SALON

DIALOG ÜBER DEUTSCHES KUNSTGEWERBE

VON

WALTER FÜRST UND KARL SCHEFFLFR

Der Redakteur: Sehr geehrter Herr, ich freue
mich, dass Sie meinem Vorschlag zustimmen
und dass Sie, um der Sache willen, eine Position
nicht scheuen, die für Sie unvorteilhafter ist als
die frühere.

Ich rekapituliere, damit unser Vorhaben all-
gemein verständlich werde:

Sie übergaben mir vor einiger Zeit eine Arbeit
über das deutsche Kunstgewerbe, in der Form eines
Dialogs zwischen einem „jungen Wiener" und
einem „Deutschen". Ich schrieb Ihnen, dass
der „junge Wiener", hinter dem Sie selbst mit

Ihren Überzeugungen standen, mir wesentlich
Scheinendes zu sagen hätte, dass seinem Partner
aber, wie es in Dialogen so üblich ist, die Ver-
tretung lauer Meinungslosigkeit übertragen worden
sei, um der Hauptperson Gelegenheit zu scharfen,
sich ihre Ideen vom Herzen zu reden. Dadurch
war auch Ihr Dialog, trotz der dramatischen Form,
eigentlich ein Selbstgespräch geworden. Ich bot
mich Ihnen nun an, in dem Gespräch den Platz
des „Deutschen" einzunehmen, damit aus dem
Scheingefecht ein echter Kampf werden könne,
der den Leser zwingt, Stellung zu nehmen. Sie

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