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„Die Kunstauktion"

Jahrg. III,



NACHRICHTEN VON ÜBERALL

Deutsche Ausgrabungen
auf Samos
Schon lange vor dem Kriege hatten die
Berliner Museen auf der Insel Samos unter
Leitung von Geheimrat Wiegand umfassende
Ausgrabungen in Angriff genommen. Damals
wurden diese Arbeiten von dem Herrscher
des selbständigen Staates, dem Fürsten An-
dreas Kopassis, unterstüßt. Nachdem er 1912
einem politischen Attentat zum Opfer gefallen
war, ging Samos in griechischen Besiß über.
Die Leitung der Ausgrabungen hat neuerdings
das Archäologische Reichsinstitut übernom-
men. Uber ihre bisherigen Ergebnisse legt
nunmehr der Direktor der Staatlichen Museen
für ihre auswärtigen Unternehmungen in Kon-
stantinopel, Dr. M. Schede, der Preußischen
Akademie der Wissenschaften einen eingehen-
den Bericht vor.
Eine Reihe von Bauten und Skulpturen ist
bisher entdeckt worden, die in mehr als einer
Hinsicht interessant sind. So wurde u. a. die
Cella des berühmten Hera-Heiligtums,
eines der bedeutendsten Tempel der griechi-
schen Kulturwelt, freigelegt.
Kunsthistorisch vielleicht noch wichtiger
ist die freigelegte Skulpturen-Gruppe
des Geneieos. Auf einer Basis standen hier
in verschiedener Stellung sechs annähernd
lebensgroße Statuen, die z. T. erhalten sind.
Besondere Bedeutung haben diese: Werke in
kompositioneller Hinsicht. Denn die einzelnen
Figuren nehmen keinen Bezug aufeinander:
sie stehen gewissermaßen isoliert nebenein-
ander, wiewohl sie doch, so vermutet Schede,
drei Generationen einer Familie darstellen.
Zu einer eigentlichen Gruppenbildung ist
diese Kunst also noch nicht vorgedrungen,
sondern sie begnügt sich damit, den Zu-
sammenhang der Figuren dadurch anzu-
deuten, daß sie sie auf eine gemeinsame
Basis stellt. — Der Name des Künstlers,
Geneieos’, ist durch seine Signatur am Mantel-
saum einer der Figuren sichergestellt. — Die
Entstehungszeit dieser Skulpturen, bei denen
Schede ägyptischen Einfluß vermutet, dürfte
die Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. sein.
Unter den weiteren Statuenfunden sind ein
paar Blöcke mit Sphinx-Figuren in friesartiger
Anordnung besonders wichtig, — sie gehören
zu den schönsten dekorativen Arbeiten
-Griechenlands. . . K.
Franz Hals in Rußland
Als „Portraits von Bourgeois aus dem
17. Jahrhundert“ entdeckte eine kürzlich von
der Russischen Akademie der Künste nach
Smolensk entsandte kunsthistorische Kommis-
sion zwei Bilder von Frans Hals, die aus dem
Besiß eines Großgrundbesißers nach der Re-
volution in das dortige Museum überführt
worden waren. Es handelt sich um zwei bis-
her unbekannte und unveröffentlichte Por-
träts, die. das Datum 1627 tragen.
P. Breughels d. Ä. „Bauernkirmes“
im Antwerpener Museum
Auf der Berliner Auktion S p i r i d o n kam
auch ein Bild von P. Breughel d. Ä. zum Aus-
gebot, das eine lebhaft bewegte Tanzszene
auf einem Dorfplaß darstellte, — im Hinter-
gründe sieht man wandelnde und redende
Bauern, zechende, tanzende und küssende
Paare (Kat. Nr. 72). Dies Bild wurde für
42 000 M. angekaufi, — wie man jeßt aus
einem Interview des Direktors des Antwer-
pener Museums A. Cornette durch das bel-
gische Journal „L’Etoile Beige“ erfährt, für das
Antwerpener Museum. Herr Cornette schließt
sich in seinen erläuternden Säßen der Beur-
teilung des Bildes in der Breughel-Mono-
graphie von Bastelaer und Hulin van Loo an,
die es für eine Arbeit der ersten Periode des
Meisters, also aus der Zeit von etwa 1558
bis 1560, erklären.
Die Billigkeit des Preises führt der Ant-
werpener Kunsthistoriker auf mehrere günstige
Umstände zurück: den plößlich auftretenden
Enthusiasmus für italienische Werke, die Er-
müdung der Käufer, endlich das Sujet des
Bildes, das die amerikanischen Sammler ab-
gestoßen hätte. Das Interview schließt mit

Kultur, die immer mehr J
Feingegliederten hin tend^J
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von vielen Bänden
Bemerkungen und

Aguarellen des Künstlers werden gebeten,
diese der Ausstellungsleitung in Hagen, Rat-
haus, Zimmer 9, bekanntgeben zu wollen.

VERLAG, REDAKTION UND LESESAAL:
BERLIN W62, Kurfürstenstraße 76-77
Telephon: B 5, Barbarossa 7228,
Telegramm-Adresse: Kunstauktion Berlin

PARISER BÜRO:
122Bd. Murat, ParisXVIe/T6L:
Postscheckkonti:
Berlin 118054, Wien D 114783’

Oberfranken, wo er seit Jahren lebte, ge-
storben. Er stammte aus Merseburg, ar-
beitete in den 70er Jahren in Berlin in der
Werkstatt Karl Steffecks, später in München
unter der Leitung von Lindenschmit. Anfang
der 90er Jahre kehrte er nach Berlin zurück
und fand jeßt, nach anfänglicher altmeister-
licher Periode, unter dem Einfluß der Fran-

KÖLN a. Rh.
Unter Sachsenhausen 33

Christian Rohlfs in Hagen
Die Stadt Hagen plant zum 80. Geburtstag
Christian Rohlfs’ (22. Dezember) eine Aus-
stellung seines Lebenswerkes, die in etwa
100—120 Werken, Gemälden, Aguarellen und
Graphiken, ein erschöpfendes Bild von der
Bedeutung und künstlerischen Entwicklung
dieses hervorragenden Malers vermitteln soll.
Die Stadt Hagen ist zur Durchführung dieser
Ausstellung ganz besonders berufen, da
Christian Rohlfs als Ehrenbürger seif Jahr-
zehnten in Hagen wohnt. Aufbau und Durch-
führung der Austeilung liegen in den Händen
von Dr. Holße vom städtischen Museum in
Stettin. Alle Besißer von Gemälden und

Antike Möbel vom 15. bis 18. Jahrhundert
Tapisserien, Plastik, Gemälde, Porzellane
altes hochwertiges Kunstgewerbe
jeder Art

Curt Herrmann
Prof. Curt Herrmann, der bekannteste Ver-
treter des Neoimpressionismus in Deutsch-
land, ist im 76. Lebensjahre in Preßfelde in

Tagung für christliche Kunst
Die diesjährige Tagung für christliche
Kunst findet am 1. Oktober in der Dresdner
Kunstakademie statt. Eine Reihe von
Vorträgen wird das Verhältnis der christlichen
Kunst zu dem Handwerk und der Industrie er-
örtern. So spricht u. a. Dr. J. Weißenhofer-
Wien über die Kirche als Auftraggeberin, —
Prof. Groz-Dresden über christliche Kunst in
Handwerk und Industrie, — der rheinische
Provinzialkonservator Graf Wolff-Metternich
über das Handwerk in der christlichen Denk-
malspflege

Der freie Museums-Eintritt
in Italien und seine Wirkung
Wie wir Florentiner Zeitungen entnehmen,
hat die Aufhebung des hohen Eintritts
in den Museen durchaus die vorausge-
sehene günstige Wirkung gehabt und die Be-
sucherzahl der Sammlungen ganz beträchtlich
erhöht. Durchschnittlich hat sie sich ver-
doppelt.

Amerikanische Dickens - Sammlung
In der New-Yorker Public Library ist seit
kurzem, wie man uns aus New York schreibt,
eine der umfassendsten Dickens-Sammlungen
ausgestellt, deren Schäßungswert über eine
Million Dollar hinausgeht. Man findet in ihr
die Manuskripte von acht Werken, u. a. von
„Christmas Carol“, einige Blätter der „Pick-
wickier“ und ein paar eigenhändige Seiten
aus Dickens erstem literarischen Versuch.
Diese höchst wertvollen Autographen bilden
den Mittelpunkt von Erstdrucken, in denen fast
alle Schriften vorliegen, und
mit Dickens’ eigenhändigen
Widmungsvermerken.

Zacharie Birtschansky
PARIS, 88, FAUB. ST-HONORÜ
(en face de l’Elysee)
TEL. ELYS. 17-02

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Bild Friedrichs des Großen
im Carlyle-Haus
Im Londoner Kunsthandel tauchte kürzlich
ein anonymes Porträt Friedrichs des Großen
auf, das vom Carlyle-Haus erworben wurde,
da es aus dem Besiß des großen Biographen
stammt, wie die Inschrift auf der Rückseite
beweist: „Friedrich der Große. Gemalt nach
meiner Meinung von Frank aus Potsdam, um

Luca della Robbia, Maria mit dem Kinde
Relief, gebrannter Ton, glasiert, 44,5 : 36,5 cm
Sammlung Eduard Simon - Berlin — Kat. Nr. 34
Versteigerung bei P. Caseirer u. H. Helbing, Berlin,
am 10. und 11. Oktober 1929
Luca della Robbia, La Vierge avec l'enfant
Relief en terre cuite vernissd, 44,5: 36,5 cm. — Coll. Ed. Simon-Berlin — No 34 du Cal.
Vente chez P. Cassirer et H. Helbing, Berlin, les 10 et 11 Octobre 192g

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— Entschuldigen
einen Zehnmarkschein verloren?
— Ach ja, junger Freund, und du
wiedergefunden,?
— Dies nun nicht, aber ich bin eben ^flacs U(
festzustellen, wieviele Leute einen Zeim*\ Fsißes
schein verloren haben. Siebenzehn ha0 v
bereits gefunden.
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Herausgeber und Schriftleiter: Dr. J. I. v o n S a x e. Verantwortlich für die Redaktion: D r. Eckart von Sydow, Berlin; für den Anzeigenteil: Fritz-Eduard Hartmann, Berlin. Nachdr«
mit Einverständnis unseres Verlages gestattet. — Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte wird nicht übernommen. Rücksend, nur, wenn Porto beigefügt. Druck: II. S. Hermann G. m. b. H., ßeD!

dem wohl nicht mit Unrecht triumphierenden
flämischen Sprichwort: „Hebben is hebben,
en krygen is de kunst.“

1780; gekauft — ich werde immer daran
denken, wie! — April 1866. Geht nach meinem
Tode an Mary Baring. T. Carlyle, 19. Mai
1866.“ Es handelt sich, falls Carlyles Ver-
mutung sich bestätigt, um ein Werk des 1738
geborenen Porträtmalers Hans Heinrich
F ra ri k und stellt den König in Dreiviertel-
figur dar.

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Der Maler und seine Musenkindel, j
Whistler, der Maler, war bei HenrY
zu Gast. Bei Tisch bemerkt er an der ^IJ
gegenüber seinem Plaß zwei seiner fru lUnn
I.andschaften, vage und zarte Gebilde- IVlrK
Man unterhält sich, aber Whistlers
kehren immer wieder zu den zwei
zurück.
Plößlich ruft der Maler
„Irving, was haben Sie
„Was denn?“
„Meine Bilder stehen ja
Kopf!“
„Soll geändert werden,“ sagt Irving ’*r?d|
lieh und gelassen. „Der Irrtum war 'V I'
lieh: Der Mann, der die Bilder geh'0 Kil
braucht selbst eine Viertelstunde, um
zustellen.“ J|
--

Van Dongen porträtiert
Kees van Dongen arbeitet an dem L:kiir
einer Schauspielerin. Während der e|if _
fragt sie ihn, da sie die Leinwand nicht jAjAg^,,
kann, nach dem Fortschritt ihres Bild? /!?lreben
„Nun ja,“ meint er, „ich bin soW01 4’lej^ferW(
frieden, — Sie müßten sich vielleicht JL^etistunge
bißchen kontrastreicher schminken, Ihr |dJvfassen
ist zu neutral: hier fehlt etwas Rot • "
Sie dort viel Blau auf, ja . . .
noch ein wenig, so . . .
Die Dame, folgsam, wie es i
eigen, tut, wie ihr geheißen, bis van - .
schließlich schmunzelnd und befriedig
Hände reibt: u je-
„A la bonne heurel Nach und 00 gji'fibi
kommen Sie wirklich Ähnlichkeit mit 111
Gemälde!“

DEUTSCHES NACHRICHTENBLATT DES GESAMTEN KUNST- UND ßUCH^
Waiterl^ndy Herausgeber Dr. J. I. von Saxe
Die einzige wöchentlich erscheinende Kunstzeitung in deutscher SP
aktuellsten Kunstnachrichten aus der ganzen Welt. Reich illustrier,‘
Das Börsenblatt des Kunstsammlers und des Kunsthändlers.
Jeder Sammler, jeder Kunst- und Buchhändler muß, wenn er sic
wichtigen Ereignisse und über den Stand des Marktes inform
die „Kunstauktion" halten. ,
Größte Verbreitung im In- und Auslande. Die Inserate der „Kunstaukt'^gs'Gd
von Tausenden von Abonnenten aus kaufwilligen und kaufkräftigen Kreis
Verlangen Sie Tarif und Probenummern I Quartal RM 4.40, Ausl«>,’‘,

Tableaux * Meübles
Objets d’Art
Verkauf an Händler

zosen und Belgier den ihm gemäßeren j
der modernen Malerei. Die Vorbilder SeurJ
und Signacs lockten ihn, es in der P1111.^
manier, im Zusammenseßen der Farben "L-i
ihrem Spektralwert, zu versuchen, um ' J
Leuchtkraft so weit als möglich zu steif) J
Immer von neuem unternahm er es, el»(
malerisch lebendigen Pointillismus zu
wickeln. Schneebilder, Blumenstücke, j
bilder usw. sind die Höhepunkte se'j
malerischen Kultur, die immer mehr / J
Graziösen, Feingegliederten hin tendM
Bildnisse, wie das des Berliner Ästhet'G
Max Dessoir, sind höchst interessante
Wendungsversuche des Pointillismus auf J
Porträt. Auch schriftstellerisch ist C.
mann in seinem anregenden Buche ” I
Kampf um den Stil“ für seine Anschau1111-^
eingetreten. Zur Feier seines 70. Get>G|^^»
iages veranstaltete die Berliner Nati°b ^an ab
galerie eine Ausstellung seines Lebe ns W’'jJ Pariser
Von der Universität Marburg wurde er d0(1,(f iag bis
zum Ehrendoktor ernannt. — Ist es Curt
mann auch nicht gelungen, seiner Ri'-
die führende Rolle zu erkämpfen, die> ef
sie erstrebte, so darf man seine Arbeit^
den farbig reizvollsten Äußerungen der Cj M I
den eigentlichen Impressionismus hin *
strebenden Malerei zählen. W
 
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