Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 8.1873

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VIII.Jahrgang.

Nr. 1.

Scitrügc

sind anvr. C.v. Lütznw
(Wien, Thereflanumg.
2S) od. an dieVerlagsl».
(Leixflg, Königsstr. S>
zu richten.

I!!. Oktober

Inscratc

k 2^2 Sgr. für die drei
Mal gespaltene Petit-
zeile werden von jeder
Buch- und Kunsthand-
lung angenommen.

IÜ72.

Beiblatt zur Zeitschrist sür bildende Kuust.

Dies Blatt, jede Woche am Freitag erscheinend, erhalten die-Abonnenten der ,,Zeitschrift für bildende Kunst" xrg.tis; für sich allein bezogen
kostet der Jahrgang 3 Thlr. sowohl im Buchhandel wie auch bei den deutschen und österreichischen Poftanstalten.

Inhalt: An unsere Freunde. — Friedrich Eggers -s. — Die k. Kunstsammlungen in Dresden. — Wiener Akademie; C. Piloty; Wilh. Schmidt. —
Versammlung dentscher Architekten zu Karlsruhe; Gesellschaft für vervielfältigende Kunst. — Konkurrenz für das National-Denkmal aus
dem Niederwald. — Lalle llos bstailles; Kunstausstellung in Nantes; Aügsbura. — August Wittig; Chr. Sell; Jahn-Denkmal. —
Wiener und Münchener Kunstauktionen. — Jnserate. — Beilagen: Nr. 1 der ,,Mittheilungen der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst" ;
Bücheranzeige von G. Basse in Quedlinburg.

Ä.n nnsere Freunde.

* Mit dem beginiienden achten Jahrgange dieser Zeitschrift sieht sich die Redaktion endlich in die erfreu-
liche Lage versetzt, einen lange gehegten Wnnsch zn verwirklichen und die „Kunst-Chronik" in ein Wochenblatt
umzuwandeln. Die gewaltigen Ereignisse, deren Zeugen wir gewesen sind, brachten unser friedliches Fahrzeng oft
in schwere Bedrängniß, und wenn wir trotzdem siebenmal glücklich die Bahn durchmessen haben, so darf unser
Blick jetzt, wo kein Wölkchen den Himmel trübt, wohl mit gehobener Zuversicht in die Zukunft schauen.

Wir vertrauen dabei auf das dauernde Wohlwollen unserer kunstfrenndlichen Leser, die sich in so großer Zahl -
in größerer, als irgend ein deutsches llnternehmen gleicher Art sie je gewann —um uns geschaart haben. Die Leitung
der Zeitschrift wird fich die thunlichste Befriedigung der erhöhten Ansprüche, die man an sie zu stellen berechtigt ist,
zur ernsten Pflicht machen. Uuser Blatt soll für Alles, was lebt und fortwirkt in dem weiten Gebiete der Kunst und
Kunstwissenschaft, ein Sammelpunkt sein. Die Kunst der Gegenwart und die Erforschung der künstlerischen Äergangenheit
sollen darin vereint zur Darstellung kommen. Denn sür beide, das lehrt ihre Geschichte, ist dieser lebendige Contakt
eine der ersten Bedingungen fruchtbaren Gedeihens.

Mögen dazu nun auch nach wie vor hilfreiche Freunde von beiden Seiten die Hände bictcn! Die letzten Jahre
haben uns aus künstlerischen Kreisen mamiigfache Beweise des Entgegenkommens gebracht. Der bedeutend erweiterte
Raum, den wir in der Folge dem Kunstleben der Gegenwart anweisen können, wird gewiß dieser frenndlichen Stimmung
sörderlich sein. — Aus den Reihen unserer schriftstellerischen Mitarbeiter hat der Tod manchen theuern Genossen vorzeitig
abgerufen. Um so dringender bedürfen wir des treuen Zusammenstehens der alten Freunde mit dem rührigcn Nach-
wuchs junger Kräfte, dessen sich unsere Wissenschaft zu erfreuen hat.

Schließlich machen wir unsre geehrten Herren Korrespondenten darauf aufmerksam, daß wir uns zur Erleich-
terung des beträchtlich ausgedehnten brieflichen Verkehrs in der Regel künftig der gedruckten Korrespondenz im
„Briefkasten" der „Kunst-Chronik" bedienen werden. Selbstverständlich bleiben alle ausführlicheren Mittheilungen
nach wie vor der direkten Erledigung vorbehalten.

Somit rüstig an's Werk und glückliche Fahrt!

Friedrich Eggers f.

Das Berliner Kunstleben hat gleich in den ersten
Wochen seiner angebahnten Neugestaltung einen der
schmerzlichsten Berluste erlitten, die für dasselbe möglich
waren. Am l l . August starb nach sehr kurzer Krankheit
der Professor der Kunstgeschichte und Aesthetik an den drei
hier vorhandenen Akademien tKunst-, Gewerbe- und Bau-

Akademie) vr. Friedrich Eggers, nachdem er erst vor
Kurzem zu weiterer Thätigkeit in das Ministerium berufen
war. Wie groß die Lücke ist, die der Hintritt des Ver-
storbenen in Berlin gerissen, wird von selber erhellen,
wenn wir uns das Leben des Dahingegangenen in kurzen
Umrissen vergegenwärtigen.

Hartwig Karl Friedrich Eggers wurde am
27. November 1819 zu Rostock als der zweite Sohn des
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