Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 19.1884

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19- Iahrgang
Beiträge

Lützow (Wien, There-
stanumgaffe 25) oder an
die verlagshandlung in

f. November

Nr. 5

Inserate

ü 25 Pf. für die drei

Buch- u.Kunsthandlung
angenommen.

s885.

Veiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.

Erscheint von Vktober bis Lnde Iuni jede Woche am Donnerstag, von )uli bis Cnde Septenrber alle Tage, für die Abonnenten der „Zeitschrift
für bildende Aunst" gratis; für sich allein bezogen kostet der Iahrgang 9 Mark sowohl im Buchhandel als auch bei den deutschen

der Schlacht von Rezonville; Italienische Runstausstellung in Buenos Ayres; wien: Grotte von Tapri. -- Äachen: Lröffnung des Suer-
mondt-Museums; Einweihung des Iustizpalastes in Brüffel; Röln; Denkmälerchronik; Hähnels Leibnizdenkmal in Leipzig. — Inserate.

Aorrespondenz.

Düsseldorf, im Oktober 1883.

Es wird hier nicht von neuem die Frage auf-
geworfen, ob man den 23. September mit Recht als den
hundertjährigen Geburtstag vonCornelius gefeierthat.
Aller Wahrscheinlichkeit nach tras man das Richtige;
aber cs muß doch betont werdcn, daß das Datum nicht,
wie Riegel in seiner „Festschrist" angiebt, auf nrkundlicher
Feststellung, sondern wohl lediglich auf der Aussage
des Mcisters bernht. Jn der verdienstvollen Arbeit
von H. Ferber über den Stammbaum der Familie
Cornelius wird allerdings der 23. September als Tag
der Geburt bezeichnet; aber nicht auf Grund von
Kirchenbücheru, aus welchen nur der 27. September
als Tag der Taufe festzustellen war. Ferber entsinnt
sich nicht, auf welche Quelle seine Angabe zurückgeht,
und allem Anscheine nach fußte auch cr nur auf
der Familientradition und der Aussage des Meisters.
Aber weder die Familientraditionen noch diese Aus-
sagen erweisen sich als unbedingt zuverlässig. Wer
wollte auch den achtzigjährigen Herrn dafiir verant-
wortlich machen! So ist die überall verbreitete An-
gabe, Cornelius Vater sei 1799 gestorben, irrtümlich.
Der betreffende Vermerk im Kirchenbuche lantet: 1800,
den 21. Juni: Aloysius Cornelius, Ehemann, alt
50 Jahr. Auch selbst hier also keine Zuverlässigkeit.
Der Verstorbene war nahezu 52 Jahre alt. Riegel
liißt den Meister von einem Onkel sprechen, welcher
2esuit gewesen, aber vor Aushebung des Ordens ge-
storben sei. Auch das ist nicht richtig. Jn Urknnden
nach 177z erscheint der oxjosuita. Cornelius als Zeuge.

Vielleicht darf man auch den nicht nachzuweisenden
100jährigen Großvater mit der 94jährigen Groß-
mutter kompensircu. Gelegentlich sei noch erwähnt,
daß in der von Briiggemanu und dem Gymnasial-
direktor Honigmann verlautbarten Anzeige vom Tode
des Jnspektors Lambert Cornelius, ebenso wie in dem
Taufvermerk desselben, die Mutter Corsten genannt
wird, während sie allerdings in allen anderen Urkundcn
Cosse heißt. Jn dem von Ferber 1879 publizirten
Stammbaum sindet sich ein Druckfehler, welcher in das
Buch von Riegel übergegangen ist. Zu den Tauf-
paten des Meisters zählt Joh. Pet. Bisling — nicht
Birling, — und auch Bisling ist nicht korrekt, da sich
der Künstler, welcher Lehrer an der Akademie und zu-
gleich Bibliothekar war, stets Bislinger nanntc. Er
gab 1780 mit Langenhvffel und Lambert Krahe das
verunglückte DLsseldorfer Handzeichnungswerk heraus.

Die Stadt Düsseldorf hat das Fest in würdiger
Weise gefeiert. Vom alten Akademiehofe aus bewegte
sich in den Vormittagsstunden der Zug, an welchem
namentlich auch das Offizierkorps bis zu den hvchsten
Chargen in erfreulicher Vollständigkeit teilnahm, unter
Vorantritt der Stadtkapelle durch die Kurze Straße
nach dem Geburtshause des Meisters. An der
Gedenktafel legte der 26. September gegen seine Ent-
setzung vergeblich Protest ein. Nach dem Gesang einer
Hynme von I. Tausch, welche der Männergesangverein
unter Leitung des Komponisten mit Begleitung der
Harmoniemusik vortrug, wandte sich der in zwanglosen
Gruppen schrcitendeZug dem Corneliusdenkmale zu
und nahni um dasselbe unter dem schnell sich klären-
den und bald in herbstlichem Glanze strahlenden
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