Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 19.1884

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19- Iahrgang.

Nr. 15.

Leiträge

smd an j)rof. Dr. L. von
kützow (Wien, Chere-
s'anumgaffe 25) oder an
die verlagshandlung in
^'PZig, Gartenstr. 6,

2^. ^anuar

Inserate

ü 25 ssf. für die drei
Mal gespaltene ssetit-
zeile werden von jeder
Buch- u.Aunschandlung
angenommen.

^88^.

Beiblatt zur Zeitschrift sür bildende Kunst.


sance in Msterreich ; Lranz Sales Meyers Vrnamentale Lormenlchre; Eine neue publikation d es österreichischen Museums. — Aus Goslar.

- preis Staffart. — Fr. Schmidt; L). Riegel; R. v. Litelberger; Th. Hansen; H. Auer. — Ausstellung von zweihundert Gemcilden
^ir Ioshua Reynolds in London. — Aus ^amburg; Das deutsche archäologische Irrstitut in Rom; Lviederherstellung der Marienburg

Neue Mitteilungen aus den Uffizien in Florenz.

von Rudolf Redtenbacher.

Die etwa 5500 einzelnen Blätter der architek-
tonischen Handzeichnungen-Sanunlung in den Uffizien
Zu Florenz sind in den letzten zehn Jahren inventari-
firt und geordnet worden. Jedes Blatt trägt eine
taufende Nummer; jeder von den noch nicht vollfiän-
dig der Zahl nach bestimmbaren Bänden enthält eine
Ilteihe von Blättern in lausenden Nummern. Drei
dicke Bände Jnventar bieten die Möglichkeit, jedes
einzelne Blatt sosort zu sinden. Die zerrissenen
Blätter sind großenteils aufgezogen, so weit, wie es
uiöglich war, die Autoren bestimmt worden. Die Mappe
mit den Numniern 199—251 enthält eine Reihe der
interessantesten Blätter, eine Auswahl solcher, welche
uls beschädigt aufgezogen werden mußten.

Die Mappe mit den Nrn. 252—317 ist die
srühere Cartella grande, enthält aber andere Blätter
äls die frnhere, nämlich alle diejenigen, welche zu
groß sind, um in den anderen Mappen Platz zu haben.
Die meisten zusammengehvrigen Sachen sind beisammen,
sv beispielsweise alles, was sich auf St. Peter bezieht,
serner dic Werke bestimmt nachgewiesener Meister.

Die Jnventarnummern beziehen sich nicht aus die
Kartons, auf welche die einzeln numerirten Blätter
unfgeklebt sind, sondern auf diese selbst. Für die-
jruigen, welche fernerhin in der Sammlnng sich orien-
llren und arbeiten wollen, wcrden folgende Nvtizen nicht
>>nwillkvmmen sein.

Bd. i, Nr. 1 — 54, enthält allc anf St. Peter
»> Rom sich beziehenden Zcichnnngen, mit AuSnahmc

derjenigen, welche in der Cartella grande vereinigt sind.
Einer der sonderbarsten Entwürfe zu St. Peter ist der
aus Blatt 8 besindliche, mit der Beischrift: Lnlänssnrs
ksrriüÄ ssoonäo 11 oonoskko äi ^nlonio äolln Vnllo,
ooinputwtn äsl knlnrro. Die Zeichnung und Hand-
schrift ist von Peruzzi. Der Kassenvorstand della
Valle hat 3 Traveen des Planes von Giuliano
da San Gallo sowie dessen Choranlage beibehal-
ten, dazu aber eine halbkreisfvrmige Vorhalle ge-
fügt, die sich nach außen in einen sechseckigen Hallen-
ban mit Wendeltreppen verwandelt. Alles ist genau
aus dem Sechseck entwickelt. Bei aller Absonderlich-
keit ist es iinmerhin merkwürdig, daß dieser Plan ent-
stehen konnte, der eben doch sehr stark mit Peruzzi'schen
Jdeen im Einzelnen vermischt ist und zeigt, was unter
den Händen von Peruzzi selbst aus einer Jdee wer-
den konnte, die zu den berühmten Kater-Jdeen gehört.

Da jetzt alle zn St. Peter gehvrigen Zeich-
nungen beisammen liegen und mit den nötigen Be-
zeichnungen im Katalog angeführt sind, ist es viel
leichter geworden, an Ort und Stelle das v. Gey-
müllersche Werk zu prüfen und zu studiren.

Bd. 2, No. 55—130, enthält ebenfalls ausschließ-
lich Zeichnungen zu St. Peter, aus den späteren Zei-
ten, von Antonio da San Gallo giovane, Antvnio
Dosio, Vignola, Lodovico Cigoti, Carlo Maderna,
Baldassare und Giovanni Salustio Peruzzi, Nardo
di Naffaello di Rossi.

Bd. 3 enthält in dkr. 131—198 eine Anzaht
von Zeichnungen verschiedener Meister, nnd zwar von
Giuliano da San Gallo; Blatt 132, den Palazzv
Strozzi vorstellend, sowie benachbarte Wohnhäuser,
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