Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 19.1884

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19- Iahrzang.
Beilräge

smd an jDrof.Dr. L.von
kützow (wien, There-
s>anunigasse25) oderan
die Verlagshandlung in
keipzig, Gartenstr. 8,
zu richten.

7. Frbruar

Nr. 17.
Jnserate

L ss pf. für die drei
Mal gespaltene petit-
zeile werden von jeder

s88§.

Veiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.

^rscheint von Oktober bis Lnde Iuni jede woche am Donnerstag, von Iuli bis Lnde September alle ^ Tage, für die Abonnenten der „Aeitschrift
für bildende Aunst" gratis; für sich allein bezogen kostet der Iahrgang 9 Mark sowohl im Buchhandel als auch bei den deutschen

Inhalt: M. Rosenberg, Vuellen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses; Ob. L. Lurtis, Vela^uer anä Nurillo; Lin neues Runstblatt. —
R. Braun s; A. A. Dumorrt s; L. Leloir s; w. Ohaus s; A. Wollenweber f. — Neue Entdeckungen auf deni Lorum Romanum in
Rom i Lin romanischer profanbau zu weißensee in Thüringen. — Runstverein in Bamberg. - Ausstellung im wiener Aünstlerhause. —
Münchener internationale Kunstausstellungen; Neubau der Münchener Runstakademie; Denkmal für die im französischen Kriege gefallenen
Bayern bei Lröschrveiler; Restaurirung der Llisabethen-Rapelle zu Bamberg; Nachruf an Lorenz Gedon. — Zeitschriften. — )nschriften-
fund in Korfu. — Inserate.

Amistliüeratur.

EZuellen zur Geschichte des bseidelberger Schlosses,
herausgegeben von vr. Marc Rosenberg. Mit
8 photo- und lithographischcn Tafeln. Heidelberg,
Karl Winters Universitätsbuchhandlung 1882. 4".
VIII u. 264 S.

Vorliegendes, dem Großherzoge von Baden ge-
widmetes Werl ist wahrhaft vpnlent ausgestattet. Es
bildet zugleich dcn Text zu den bei Kcller L Cvmp.
in Frankfurt erschiencnen photographischcn Aufnahmcu
des Schlosses. Wie schou der Titcl nns lehrt, lag cs
nicht in der Absicht des Verfassers, eine Geschichte des
Heidelbcrger Schlosses zn schreiben; cr wollte nur
Duellen dazu liefern, die seither wenig oder gar nicht
beachtet worden sind.

Als Einleitung ist zunächst ein Wicderabdruck des
trefflichen Aufsatzes im vierten Bande von Sybels
historischcr Zeitschrift vorangestellt, welcher das Schloß
in seiner kunst- und kultnrgeschichtlichen Bedeutung
behandelt. Es folgen urkundliche Notizen, welche die
Epistenz der beiden Schlösser, des älteren und des
jnngeren, konstatiren. Das untere Schloß lritt zum
crstenmal in die Geschichte ein durch den Vertrag zu
Pavia (1329), in welchem Ludwig der Bayer die
psälzischen Besitzungen, dic er scinem Brndcr abgerungen,
bcssen rechtmäßigen Nachfolgern wieder zuweist uud sie
unter dieselben verteilt. Jn diese Zeit fallen die
tiltestcn Bauten des Schlosses; es sind dies der Ruprechts-
bau und dcs sog. Laudhaus; erstcrcr entstand im Be-
ginn, letzterer gegen Ende des 14. Jahrhunderts.

Jn einem bcsonderen Exkurs behandelt Rosenberg
den bis jetzt allgemein als den ältesten Teil dcs
Schlosses angenommenen Rudolphsbau. Nach seinen
durch gcnaue Aufnahmen illustrirten Ausführungen fällt
der Bau in den Schluß der Regierungsperiode Lud-
wigs III. (f 1437); was dadurch noch weiter bestätigt
wird, daß dcrselbe noch in Urkunden des 17. Jahr-
hundcrts als das savoyische Gewölbe bezeichnet wird.
Die Gemahlin Ludwigs III. war nämlich dic Tochter
eincs Grafen von Savoycn.

Der Baumeister Ludwigs III. Ivar Arnolt Ryp e,
welcher die heil. Geistkirche in Heidelberg bante und
vermutlich auch an dem Schloßbau beteiligt war; an
dessen Stelle trat dann erst 1423 dcr Stcinmetz Hans
Marx, welcher bis jetzt allein für den Meister der
hcil. Geistkirche galt.

Der folgendc Abschnitt bchandelt dic Erwähnungen
des Schlosses iu der pfälzischen Haushistoriographie
1449—1476. Die darauf bezüglichen Stellen der
Chronik dcs MathiaS von Kemnat, des Michel Beheim
und anderer werdcn mitgeteilt.

Der Architekt PhilippS (1476—1508) war Lorenz
Lochner; wohl identisch mit jeucm Lorenz Lacher,
welcher 1516 ein scltenes BUchlein „Undcrweisungen
nnd Lerungen sür Seyncn Son Moritzen" heransgab.

Auch dcr Bater Philipp Melanchthvus, Georg
Schwarzert, ein kunstreicher Waffenschmied, stand in
den Dienstcn des Fürsten. Ebenso werden im Jahr
1494 der Niirnberger Erzgicßer Peter Vischer und der
Bildschnitzer Simon Lamberger nach Heidelberg be-
berusen, um ihm mit „Rath und Handwerk" zn diencn.
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