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©'e'©,s'©'S'©,®'®'©'E'e'©'©'G'e'E'©'©'©,©'e'©' Niederurf. — Obermöllrich. sssssssssssssssssssssss

Tafel 220
Tafel 220

Tafel 221
Tafel 221

auch anderweit sich Zeugnisse finden1, Margaretha von Gilsa als Gattin heimführte. Die Südwestecke gehört
noch der Zeit vor 1500 an und enthält unten einen Keller mit schmalem Lichtschlitz und nach außen führender
Südtür: die Außenmauern steigen hier bis unters Dach, während in dem im 16. Jahrhundert sich ostwärts
anschließenden Renaissancebau der oberste Stock aus Holz besteht. Eine genauere Beschreibung des
noch ziemlich gut erhaltenen Innern mit seinen, hübsche, gotische Türen enthaltenden, sowie Reste der Aus-
malung aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts2 bietenden Fachwerkwänden, den Kaminen u. a. würde zu
weit führen; ein großes Ostzimmer bezeugt mit einer schönen BarocktUr und sonstigen Holzteilen die
vorher erwähnte Umgestaltung des Hauses im Jahre 1672.

ln der Südwand des langen Baues liegt, halb im Hof, halb in der Küche der jetzt mit Steinplatten
überdeckte Schacht eines Ziehbrunnens.

Obermöllrich.

Kirchdorf mit 431 Einwohnern in 74 Wohnstätten am linken Ufer der Eder, etwa 1ja Stunde ostwärts
von Fritzlar auf dem Rande des Hochplateaus zwischen Ems und Eder am Wege von Fritzlar nach Felsberg
gelegen. Den Namen erklärt Arnold (a. a. O., S. 136) aus melo, pulvis, arena, und rieh, regnum, dives zu-
sammengesetzt und nimmt für die Richtigkeit die dortige Bodenbeschaffenheit zu Hilfe. Im Volksmund heißt
es Melrick. Bereits 1231 schenkten die Landgrafen Heinrich und Conrad von Thüringen dem Deutschen Orden
Güter in Meldrich3, worauf dieser daselbst einen Burgsitz erbaute und eine Goldwäscherei in der Eder4 anlegte;
1277 wird auch bereits Obermöllrich erwähnt. Ansässig in Obermöllrich war das Geschlecht von Linne,
aus dem Gerlach von Linne stammte, der 1388 mit Gerlach von Schwalbach, Komtur des Deutschen
Ordens zu Marburg, übereinkam, eynen kirchob in dem Dorfe Ober-Meldrich cgu machen und in dem kirchobe eyne
kapellen cgu buwen, und zwar sollte diese Kapelle mit allen Zugehörungen dem Deutschen Haus zu Marburg
gehören, weil dasselbe dy aldyn capellin mit allin fryheidin und rechten besessen und hergebracht hat. Nachdem
um 1448 die von Linnen auf dem Kirchhofe sich einen Burgsitz erbaut hatten, gab es heftige Streitigkeiten
zwischen ihnen und dem Orden, die damit endigten, daß die von Linnen 1492 ihre Besitzungen zu Obermöll-
rich an den Landgrafen von Hessen verkauften. Dieser gab sie zunächst an die von Wildungen; das Gut mit
einem neu erbauten Burgsitz und Ökonomiehof im oberen Dorf ist jetzt im Besitze der Familie von Baumbach.

Die Kirche enthält noch in dem südwestlichen Steinbau Reste der 1388 erbauten Deutschordenskapelle;
sie entstand durch Erweiterung dieser im Jahre 1755, wobei nach Osten hin ein Turm angebaut wurde und
eine Erhöhung des Schiffs in Fachwerk mit einer oberen Fensterreihe stattfand. Von dem damals hergestellten
Inneren und seinem intimen Reiz gibt die Bickellsche Aufnahme Zeugnis. Durch die Schönermarksche Er-
weiterung im Jahre 1898 ist letzterer zerstört und auch das ehedem sehr malerische Äußere verunstaltet
worden. Der unverändert gebliebene Turm mit zopfiger Haube enthält zwei alte Glocken von schlanker
gotischer Form.

1. Glocke. Durchmesser 0,69 m, Höhe 0,60 m. Am Hals zwei Stricklinien, sonst ohne Zieraten
und Schrift.

1 So ist an dem jetzt dem v. Urffschen Förster zur Wohnung dienenden Haus ein Stein mit zwei Wappen und der
Inschrift Ludwig Wilhelm von und zu Urff, Margaretha Elisabetha von Urff geborene von und zu Gilsa
Anno 1679.

2 Erwähnng verdienen die über einer der Türen gemalten Wappen des Johannes v. Urff und seiner Gemahlin
Katharina v. Milchling (1526—1587).

5 Vgl. Wysz, Urkundenbuch d. deutschen Ordens I, S. 21, Nr. 24.

4 Nach Landau, Beschr. v. Kurhessen, S. 240.

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