Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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BILDTEPPICH, VON HELLGELB BIS DUNKELBRAUN

Stadt. Handwerker- und Kunstgewerbe-Schule Stettin

von dem Schüler fernzuhalten, sondern
auch die positiven Formkräfte in ihm
zu wecken vermögen. Dies scheint mir
z. B. in der vortrefflichen Fachschule für
Slalihvarenindustrie in Solingen der Fall zu
sein. Ganz sicher kann auch von einer sol-
chen Schule eine starke kulturelle Anregung
ausgehen, — aber immerhin wird man
sagen dürfen, daß diese Anregung niemals
so stark wird sein können wie die, die von
einer im modernen Sinne geleiteten, nicht

auf das Gebiet des reinen Kunstgewerbes
beschränkten Kunstgewerbeschule, die man
dann nach dem Vorbild Riemerschmids lie-
ber als ,,Werkschule" bezeichnen möchte,
ausgeht. Wir brauchen die gewerblichen
Fachschulen unter künstlerischer Leitung,
wir brauchen aber auch die allseilig ausge-
baute Kunstschule, und Deutschland wird
kulturell um so besser fahren, je wichtiger
von Staaten und Städten der Ausbau dieser
Schulen genommen wird. W. Riezler

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