Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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HÄUSER VON M. STAM-ROTTERDAM

HAUSER M. STAM

Weil Tausende von Menschen wohnung-
suchend sind und oft schon jahrelang woh-
nungsuchend sind,

weil Tausende von jungen Ehepaaren in
elenden Verhältnissen, ohne eigenes Heim,
die schönsten Jahre ihres Lehens als Unter-
mieter verbringen müssen,
weil die heutigen Wohnverhältnisse demo-
ralisierend wirken auf die heranwachsende
Generation,

— haben die Behörden und beratenden Ar-
chitekten die Pflicht, den Weg zu /eigen,
wie in möglichst kurzer Zeit die Wohnungs-
not zu lindern ist.

Der einzige Weg dazu ist die Erschaffung
des Wohnungstypus. Das Einzelhaus, die
Villa, das individuelle Haus soll überwun-
den werden; statt dessen soll ein Typus ge-

schaffen werden, der vielleicht weniger den
individuellen Wünschen Rechnung trägt,
der aber in sehr großem Maß den allge-
mein-menschlichen Bedürfnissen, den Be-
dürfnissen jeder Hausfrau und jeder
Familie entspricht.

Bei den von mir erstellten Bauten am
Weißenhof habe ich versucht, zu einem
Typus zu gelangen, bei dem durch serien-
weise Herstellung höchste Ökonomie er-
reicht wird.

Es ist aber wichtig zu konstatieren, daß der
Wohnungstypus des „Neuen Wohnens", ge-
nau wie das Fahrrad, viele Verbesserungen
durchzumachen hat und eine viel jährige
Entwicklung braucht, bevor er zum äußerst
brauchbaren Typus wird.

M. Slam

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