Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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INNENRAUM DES HAUSES SCHNECK

Küche. Waschtrockengelegenheit ist eben-
falls im Uniergeschoß vorhanden. Im gan-
zen Hans liegt eine Warmwasserheizung.
Der Kessel ist im Untergeschoß aufgestellt.
Der Raum, in dem der Kessel aufgestellt
ist, ist als Bügelzimmer zu verwenden.
Neben dem abzutrennenden Raum für
Kohlen ist ein Keller zur Aufbewahrung
von Gemüse, Kartoffeln usw. vorhanden.

Haus Nr. 12 als Reihenhaus.
Bei den Forderungen des Auftraggebers,
der Stadt Stuttgart, Häuser für den Mittel-
stand und jedermann zu bauen, war aus
bauwirtschaftlichen Gründen bei der
Grundrißlösung zu beachten, daß die Häu-
ser in Reihen zusammengebaut werden
können.

Ein Schema für die Bebauung habe ich
grundrißlich festgelegt. Die Hauptforde-
rungen des bereits beschriebenen Einzelhau-
ses sind darin ebenfalls festgehalten. Es ist
bei der Planung auf eine Bebauung im
Stuttgarter hügeligen Gelände Rücksicht
genommen worden.

Das flache Dach.

Im Jahre 1918 habe ich für die Siedlung
Weil im Dorf einen Entwurf gemacht, bei

dem das Dach unausgebaut und eine Nei-
gung von 3o° angenommen wurde. Da-
durch ist eine klare Trennung zwischen
Hauswand und Dachfläche geschaffen
worden.

Später entwarf ich weitere Anlagen für das
hügelige Stuttgarter Gelände. Auch hier
wieder dieselbe klare Trennung. Die weite-
ren Versuche, aus wirtschaftlichen Gründen
den Dachboden entbehrlich zu machen,
führten zur Beseitigung desselben und da-
durch zu einer anderen Grundrißlösung. Bei
der bisherigen überanstrengenden Tätigkeit
der Frau im Haushalt ist das Fehlen eines
Stockwerks von Bedeutung, damit der wirt-
schaftliche Betrieb so einfach wie möglich
wird. Das flache Dach ist keine formale
Angelegenheit, sondern eine Forderung, die
wirtschaftliche Gründe bedingen.

Konstruktion.

Für die Konstruktion des Hauses wurde ein
handlicher großer Bimsstein verwendet, zu
den Decken Eisenbetonbalken, die rasche
Aufbauarbeit möglich machten. Der Roh-
hau wurde vom Fundamenlmauerwerk ab
in ] \ Tagen fertiggestellt.

Adolf G. Schnede

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