Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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HAUS VON PROF. HANS SCHAROUN-BRESLAU

HAUS SCHAROUN

Das Haus gehört zur Gruppe der kleinsten

Einfamilienhäuser der Siedlung.

Es sollte in seinen Dispositionen klar sein.

Absolut und relativ maßstäblich eroß

wirken.

Einen eindeutigen Eindruck bei Besuchern
hinterlassen, denen nicht nur ein ..Rund-
gang durch Zimmer" als Eindruck ver-
bleiben soll.

Dies suchte ich zu erreichen:

durch klare Scheidung von Wohn-, Schlaf-

und Wirtschaftsabteilung,

durch starke Maßünterschiede der Wohn-

und Schlafräume,

durch die Vereinigung verschiedener Y\ ohn-
funktionen in einer Raumeinheit,
durch das Spiel der durch das ganze Haus
führenden Achse als Linie gegen Raum
(Ausklang dieser Achse im Garten sollte
ein längliches Wasserbecken sein, das aus

wirtschaftlichen Gründen nicht zur Aus-
führung kam),

durch die Form der Wohnraums, die Weite
über das mauermäßig Begrenzte hinaus
fühlen läßt,

durch weitgebende Einbeziehung der —
hier besonders schönen — Landschaft.

*

Gleiche Gedankengänge —: neben Fragen
der Nutzbarmachung natürlich — liegen
der Gestallung der Wirtschaftsabteilung zu-
grunde. Auch hier ist versucht, den Gesamt-
raumeindruck der Abteilung zu erhallen.
Die Mädchenkabine isl deswegen als klei-
ner Raumteil in den großen gestellt. Auch
der eigendiche Küchenraum ist ebensosehr
vom Raummäßigen als vom Zweckdien-
lichen her gestaltet.

Bei alldem drängt sich naturgemäß die
Frage der Typisierumj auf. Die I-Ysllegung

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