Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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HOCHGEBRANNTE TERRAKOTTA

Fachklasse Prof. Gies, Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Berlin

KERAMISCHE AUSSTELLUNG IN BERLIN

Wenn diejenigen recht hätten, die alier
handwerklichen", d. h. noch irgendwie in-
dividuellen Erzeugung den Untergang pro-
phezeien und nur mehr eine Form gellen
lassen wollen, die die Exaktheit der Ma-
schine, die Unpersönlichkeit des Massenpro-
duktes deutlich zeigt, dann hätte eine A er-
anstaltung wie diese von der ,,Deutschen
Keramischen Gesellschaft" unternommene
Ausstellung, hätte überhaupt die Gründung
der Gesellschaft kaum einen Sinn. Dann
wäre aber auch das in der letzten Zeit
immer mehr wachsende Interesse an der

Keramik, der unleugbare Aufschwung, den
gerade dieser immer noch dem Handwerk-
lichen sehr nahe verbundene Produktions-
zweig fast von Jahr zu Jahr nimmt, kaum
zu erklären. Denn wenn auch hier mehr
als früher die Maschine wirksam sein mag,
wenn es, wie vor allem in den ausgezeich-
neten chemischen Gefäßen der Berliner Ma-
nufaktur und in den (auf der Ausstellung
nicht vertretenen) Keramiken des Bauhauses
heule sogar schon so etwas wie eine kera-
mische Maschinenform gibt, so ist doch im
ganzen die Keramik ein Gebiet, in dem so-

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