Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 15.1899/​1900

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.MAX KONER

EUGEN

Wenn in unserer hastenden Zeit mit ihren
zahllosen Kunstereignissen und wechseln-
den Anschauungen der Erfolg einem Künstler
treu bleibt, so hat er damit höchste Künstler-
schaft bewiesen. Eugen Bracht hat seine Lauf-
bahn in Karlsruhe noch unter Schir.uer und
Lessing begonnen, hat dann aber mit offenen
Augen für die Entwicklung der Landschafts-
malerei rechtzeitig neue Bahnen betreten und
zählt jetzt mit vollem Recht zu den „Modernen",
oder sagen wir besser zu den „Jungen".

Die „K. f. A." hat mehrfach des trefflichen
Meisters gedacht, wir erinnern nur an die
ihm gewidmete Skizze in H. 4 d. XIII. Jahr-
gangs, wo sein vielseitiges Schaffen, seine
Unermüdlichkeit des Naturstudiums ganz be-
sonders hervorgehoben wird. Neuerdings hat

BILDNIS EUGEN BRACHT'S

BRACHT

(Nachdruck verboten)

Eugen Bracht eine wesentliche Wandlung
in seiner künstlerischen Anschauung durch-
gemacht und durch Vorführung einer statt-
lichen Sammlung von neuen Arbeiten (vor-
nehmlich der letzten zwei Jahre) zuerst auf der
vorjährigen hessischen Ausstellung in Darm-
stadt (vergl. H. 4 d. 1. Jahrg.), dann in Berlin,
München u. a. O. berechtigtes Aufsehen er-
regt. Wir freuen uns, unseren Lesern sechs
dieser Gemälde, die jetzt auch der Grossen
Berliner Kunstausstellung eingereiht sind
(vergl. S. 427 d. Heftes), abbildlich vorführen
zu können und sind in der angenehmen Lage,
dazu den besten Kommentar, des Künstlers
eigene Worte, aus einer dem Schreiber dieses
zur Verfügung gestellten hochinteressanten
autobiographischen Skizze zu geben.

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