Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 15.1899/​1900

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PERSONAL- UND

ATELIER-NACHRICHTEN

= PARIS. Folgende deutsche Maler sind jetzt
endgültig in der Kunstabteilung der Weltausstellung
durch Medaillen, resp. ehrenvolle Erwähnung aus-
gezeichnet worden: Ehrenmedaille: Lenbach, Uhde,
Menzel. Erste Medaille: L. Herterich, Koner, R.
Müller-Dresden, Stuck, Kühl. Zweite Medaille: Dett-
man, H. Herrmann, Holmberg, A.v. Keller, Samberger,
A. Kampf, Weishaupt, Schönleber, Thedy, E. Zimmer-
mann, Zügel. Dritte Medaille: Bantzer, Bracht, Brütt,
Exter, Frenzel, Grethe, C. Herrmann, Hoch, G.
Janssen, Mühlig, Plühr, Röchling, Schramm-Zittau,
Skarbina,Vogel,Volkmann. Erwähnungen: B.Becker,
C. Becker, Borchardt, Eichler, Flad, Friese, Georgi,
Greiner, Haider, Haug, v. Heyden, Hierl-Deronco,
Hummel, Jank, Jacob, E. Kampf, Kampmann, Leisti-
kow, Kubierschky, Nissl, Papperitz, Petersen, Rei-
niger, Ritter, Saltzmann, Slevogt, Wahle. I606)

= BERLIN. Die Nationalgalerie erwarb neuer-
dings des Düsseldorfers Fritz v.Wille's Landschaft
Ein Eifelnest;, die sich am Kopf dieser Seite ab-
gebildet findet. Unsere Leser werden sich der
knappen Charakteristik der Kunst dieses Malers
entsinnen, die unser Bericht über das > Düsseldorfer
Frühjahr 1900^ a. S. 378 d. 1. J. brachte. — Von den
Grössenverhältnissen des Bismarck- Denkmals von
Reinhold Begas (Abb. XIV. Jahrg. H. 2), das vor
dem Reichstagsgebäude errichtet und künftigen Jahres
eingeweiht werden soll, mögen folgende Zahlen, die
wir einem Bericht der M.Allg. Ztg. entnehmen, eine
Vorstellung geben: das Denkmalsplateau hat eine

Ausdehnung von 50—60 m, die halbkreisförmigen
Bassins, die zu beiden Seiten des Denkmals ange-
legt werden, weisen einen Durchmesser von 40 m
auf. Der vorn und hinten abgerundete Sockel ist 17 m
breit, das Hauptpostament darauf, zu dem ebenfalls
roter schwedischer Granit verwendet wird, ist 6 m
hoch, die Figur des Eisernen Kanzlers 6' ., m. Sämt-
liche Gruppen des Denkmals, mit Ausnahme der-
jenigen dereinen Panther niedertretenden Germania,
die sich noch im Atelier von Professor Reinhold
Begas befindet, sind schon in der Giesserei. Die
Gestalt des Fürsten Bismarck und vor allem sein
mit dem Kürassierhelm bedeckter Kopf sollen in
hohem Masse lebenswahr sein, hat doch Begas auch
noch kurz vor dem Tode des grossen Staatsmannes
als dessen Gast in Friedrichsruh geweilt. Der vorn
am Hauptpostament stehende Atlas, der knieend
und mit gesenktem Haupt die Erdkugel trägt, ist
bereits in Bronze fertig. Ebenso die Figur des das
Reichsschwert fertigenden Schmiedes. Eine Reihe
von Reliefs bleibt noch zu modellieren. Begas soll
augenblicklich an demjenigen arbeiten, welches die
Erziehung des Deutschen veranschaulicht, der aus
dem am Gängelband geführten Kinde zum Jüng-
ling, wie dieser, von der Germania geweckt, zum
starken Michel wird. Ein anderes Relief, das eben-
falls am Hauptpostament angebracht werden wird,
zeigt in dreiteiliger Darstellung die Einigung von
Nord und Süd zwischen der kämpfenden und nach
errungenem Sieg vom Pferde steigenden Germania.
Die Hilfsmodelle für die beiden Sandsteingruppen,
welche zum Schmuck der beiden Bassins ausersehen
sind, hat Ludwig Cauer nach Skizzen von Rein-
hold Begas angefertigt. Es handelt sich dabei, so

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