Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 15.1899/​1900

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-sr4Ö> A. FITGER. AUS MEINEM LEBEN

falls mich das Grandseigneurtum in berau- wie coulant hinter jedem meiner Schritte aus

sehender Süssigkeit kosten liess. Ich gebe einem Portemonnaie, das nicht das meine

zu, dass ich seit diesen englischen Reisen war, die Rechnung bezahlt wurde, — sie

von einem gewissen Grössenwahn nicht frei würden anerkennen, dass mein Wahn sich

zu sprechen bin; aber wenn meine Freunde immer noch in einigen Grenzen hält. Man

(ich sollte eigentlich schonender sagen: meine sehe nur einmal vier Wochen lang nichts

Feinde) wüssten, wie stark die Versuchungen als krumme Kellnerbuckel und halte sich

auf mich einstürmten, wie sorgfältig vor trotzdem von dem Schwindel eines Halb-

jedem meiner Schritte die Strasse gefegt, gottes frei!

(Der Schluss folgt im nächsten Hefte)

ADOLF HILDEBRAND EINE .MUTTER MIT IHREN' KINDERN

EMIL LUGO

Wie Böcklin, so waren auch Thoma und
sein nur um ein Jahr jüngerer Lands-
mann Lugo eine Zeitlang Schüler bei Schir-
mer. Neben diesem war es der gefühlvolle
F. Dreber, dessen Einfluss namentlich Böck-
lin und Lugo in Italien erfuhren. Welche
Anregung beide von Preller empfingen, ist
leicht zu sehen. Böcklins erstes Exemplar
der „Villa am Meer" soll in Weimar bald
nach Prellers Fresken entstanden sein und
man hat nur nötig die Bilder aus dieser Zeit
bei Schack und in Frankfurt mit den späteren
Werken zu vergleichen, um einzusehen, wie
nahe dieselben noch oft der alten stilisierenden

(Nachdruck verboten)

Landschaftschule stehen. Es ist auffallend,
wie wenig man gelegentlich der Böcklin- und
Thoma-Feier betont hat, dass sie beide —
ebenso wie Lugo — ihren Ausgangspunkt
von der klassizistisch - romantischen Schule
genommen haben. Und doch liegt hierin der
Grund für so manches Gemeinschaftliche in
der sonst so verschiedenartigen Kunst der
drei Meister, so dass wir oft in den Werken
des einen Anklänge aus denen des anderen
zu bemerken glauben. Wie ihnen die Vor-
liebe für die Gestalten der klassischen Sage
und die Lieblingsmotive der Romantiker ge-
meinsam ist, so auch die Neigung zu den
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