Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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FLOSSATEPPICH, AGDA OESTERBERG

Ausführung: Handarbets vänner

jener Technik ausgeführt. Bei Teppichen
und Draperien trifft man am häufigsten
die drei Techniken: ,,Rödlakan", „Flossa"
und ,,Rya".

Das schwedische Rödlakan ist eine Varia-
tion jener Webart, die wir auch im orien-
talischen Kelim kennen. In Schweden sel-
ber ist es landschaftlich auf Südschweden
beschränkt gewesen. Neben den Landschaf-
ten Blekinge, Smaland, Hailand und Väster-
götland war es besonders stark in Skane ver-
treten. Die Muster sind in der Regel durch
die Technik etwas streng und geometrisch,
doch zeigt eine Arbeit, wie der Teppich
„Fjällmotiv" von Märta Gahn, daß es auch
möglich ist, Rödlakan bei lockeren Kompo-
sitionen zu verwenden. Früher überwogen
in Rödlakanmustern neben geometrischen

Figuren Motive aus der Pflanzen- und Tier-
welt. Die Musteraufstellung zeigt oft breite
quergehende Bänder, getrennt durch schma-
lere oder auch Flächenmuster, gewöhnlich
dann umrandet von einem Band. In der
Umrahmung findet man oft ein Blitz- oder
Keilmuster. Rödlakan wird in liegendem
Webstuhl gewebt, und das Gewebe steht
vollkommen in einer Fläche von „inslags-
rips" —■ ein Leinwandgewebe —, den Ein-
schlag in verschiedenen Farben mit der
Hand eingelegt. Es handelt sich also um
ein Gewebe in Leinwandgewebe, dessen
Muster durch Grundeinschlag ohne beson-
deren Mustereinschlag gebildet werden.
Beim Übergang zwischen den Farben wer-
den die Fäden überkreuz gelegt. Jedes
Viereck in Muster besteht gewöhnlich aus

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