Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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DAS HAUS POELZIG

Die Aufgabe, die den an der Werkbund-
siedlung beteiligten Architekten gestellt
war, bestand darin:

Durch Ausnutzung technischer Fortschritte
zu zeigen, wieweit eine Verbilligung des
Hausbaues erreicht werden kann und die
Häuser so zu organisieren, daß sie moder-
nen Lebensansprüchcn genügen.
Da eine Verkürzung der Bauzeit bereits eine
Ersparnis ist, entschloß ich mich zu einer
Trockenbauweise, die darin besteht, daß auf
ein die tragende Konstruktion bildendes
Holzfach werk beiderseitig wärmeisolie-
rende Platten (sogenannte Fonitramplatten)
aufgenagelt werden. Jede Platte ist so
dimensioniert, daß sie von Pfosten zu
Pfosten reicht und ungefähr 1 m hoch ist.
Außen ist das Haus verputzt, im Innern bil-
den Glasurplallen,; Sperrholz oder Putz die
Verkleidung der Wände.

Der Fußbodenbelag, bestellend aus Holzbe-
tonplatten in Steinholzestrich verlegt, war
sehr schnell hergestellt.
Vom übrigen inneren Ausbau ist das Auf-
bringen der Farbe durch Spritzverfahren
als moderner Arbeitsvorgang zu erwähnen.
Der Lösung des Grundrisses war durch die
Lage des Hauses eigentlich schon ein Weg
gewiesen. Im Westen und Norden laufen
die Nachbargrenzen dicht am Gebäude vor-
bei. Es mußten also hierher die untere
Diele, W. C. und Treppenraum und oben
das Bad gerichtet werden, während die
Aufenlhaltsräumc, Küche, Eßzimmer, Ve-
randa und Wohnzimmer und obern die bei-
den Schlafzimmer mit der davor liegenden
Terrasse, nach Süden sich gegen den Garten
und nach Osten, wohin sich die schönste
Aussicht bietet, öffnen.

Wohnraum und Eßraum stehen nur mittels
einer breiten Glastüre in Verbindung.

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